Die Bundesregierung will auch in den kommenden Jahren verstärkt Geld in Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik investieren. Im Mittelpunkt des Doppelbudgets 2027/2028 stehen zusätzliche Mittel für Arbeitslose, Pflegebedürftige, Kinder und Jugendliche.
Insgesamt sind für die sozialpolitischen Offensivmaßnahmen 400 Millionen Euro im Jahr 2027 vorgesehen. In den Folgejahren sollen jeweils rund 300 Millionen Euro bereitgestellt werden.
Ein zentraler Schwerpunkt bleibt die Arbeitsmarktpolitik. Trotz angespannter Budgetlage will die Regierung das Förderbudget des Arbeitsmarktservice (AMS) stabil halten und zusätzliche Mittel bereitstellen.
Hintergrund ist die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Obwohl sich die Wirtschaft zuletzt leicht erholt habe, sei die Zahl der Arbeitslosen weiter gestiegen. Auch für 2026 wird angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten keine rasche Entspannung erwartet. Besonders betroffen sind laut Regierung langzeitbeschäftigungslose Personen.
Für die aktive Arbeitsmarktpolitik werden deshalb zusätzlich 170 Millionen Euro im Jahr 2027 und weitere 100 Millionen Euro im Jahr 2028 bereitgestellt. Auch für die Folgejahre sind zusätzliche Mittel vorgesehen.
Ein wichtiger Baustein bleibt die Aktion 55+. Mit dem Programm werden Arbeitsplätze für ältere Arbeitslose geschaffen beziehungsweise gefördert. Zielgruppe sind Menschen ab 55 Jahren, die am Arbeitsmarkt besonders schwer wieder Fuß fassen.
Seit Anfang 2026 werden über das Programm zwischen 3.000 und 6.000 kollektivvertraglich entlohnte Arbeitsplätze in sozialökonomischen Betrieben, gemeinnützigen Projekten und teilweise auch in Privatunternehmen unterstützt.
Die Regierung sieht darin einen wichtigen Beitrag gegen Langzeitarbeitslosigkeit bei älteren Menschen. Für die Aktion 55+ sind auch ab 2027 jährlich 50 Millionen Euro vorgesehen.
Neben dem Arbeitsmarkt rückt die Pflege stärker in den Fokus. Zusätzliche Mittel sollen vor allem in mobile Dienste fließen. Diese ermöglichen es pflegebedürftigen Menschen, möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung betreut zu werden.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft Kinder und Jugendliche. Geplant sind zusätzliche Unterstützungsangebote zur Bekämpfung von Armut. Die Hilfen sollen laut Regierung möglichst niederschwellig und diskriminierungsfrei ausgestaltet werden.
Darüber hinaus sieht das Paket zusätzliche Mittel für analoge und digitale Teilhabe, die tägliche Bewegungseinheit, Frauenförderung sowie Bildungs- und Weiterbildungsangebote vor.
Mit den Maßnahmen reagiert die Bundesregierung nach eigenen Angaben auf die wirtschaftlichen Folgen internationaler Krisen und will gleichzeitig soziale Sicherheit sowie die Chancen am Arbeitsmarkt stärken.