"Ich möchte arbeiten, ich bin nicht faul!" Diesen Satz wiederholt Lena W. immer wieder. Die 26-Jährige hat eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau mit Schwerpunkt Lebensmittel abgeschlossen, einen Job sucht sie vergeblich seit vielen Jahren.
Nach eigenen Angaben bewirbt sich die Niederösterreicherin seit mittlerweile fast acht Jahren bei zahlreichen Unternehmen. Allein an große Handelsketten sollen mehr als tausend Bewerbungen gegangen sein. Das Ergebnis sei fast immer dasselbe: automatisierte Absagen oder gar keine Antwort.
Besonders frustriert ist die junge Frau darüber, dass gleichzeitig ständig über Personal- und Fachkräftemangel gesprochen werde. In einer Nachricht an die Personal-Abteilung eines Unternehmens brachte sie ihren Ärger deutlich zum Ausdruck. Darin kritisiert sie, dass ausgebildete Bewerber oft schon anhand unverständlicher Kriterien aussortiert würden, ohne jemals die Chance auf ein persönliches Gespräch zu erhalten.
2019 verlor die gelernte Einzelhandelskauffrau ihren Arbeitsplatz. Kurz darauf begann die Corona-Pandemie. Damals lebte sie am Land und fand nach eigenen Angaben keine neue Stelle. Die lange Arbeitssuche führte schließlich zur Langzeitarbeitslosigkeit.
In den vergangenen Jahren absolvierte sie Kurse und Programme über das AMS sowie ein Jugendbildungszentrum. Einen Job brachte ihr das jedoch nicht. "Alle AMS-Kurse haben mir nichts gebracht", sagt Lena W. zu "Heute".
Finanziell sei die Situation belastend. Derzeit erhält die Frau, die mittlerweile in Wien lebt, nach eigenen Angaben 837 Euro vom AMS. "Ich komme gerade noch über die Runden, aber es ist sehr schlimm", erzählt die 26-Jährige. Nach Gemeindebau-Miete und Fixkosten bleibe kaum Geld übrig. "Jetzt habe ich nur noch 100 Euro für das Monat."
"Ich möchte unbedingt arbeiten gehen - ich bin nicht faul, will nicht vom AMS leben!"
Freizeitaktivitäten seien kaum möglich. Das gesamte Budget gehe für die notwendigsten Ausgaben drauf. Trotzdem denke sie nicht ans Aufgeben. Ihr Plan sei, sich weiterhin zu bewerben.