In der "Einkehr zur wüd'n Goaß" in Klosterneuburg läuft der Betrieb eigentlich rund. Doch ein riesiges Problem trübt den Gastro-Alltag: viel zu lange schon wird ein neuer Koch gesucht, es ist wirklich dringend.
Seit 26 Jahren führt Gerhild Döller das Restaurant. "Unser Stammpublikum ist 60 Jahre aufwärts, aber genau die halten uns am Leben", erzählt die Betreiberin im Gespräch mit "Heute". Auch beim Personal setzt sie auf Beständigkeit. Insgesamt arbeiten 16 Mitarbeiter im Betrieb, zehn davon schon seit vielen Jahren. In der Gastronomie ist das längst keine Selbstverständlichkeit mehr.
Gesucht wird ein Koch für 40 Wochenstunden. Eine abgeschlossene Ausbildung ist laut der Betreiberin nicht zwingend erforderlich, Erfahrung in der Küche sollte der Bewerber aber mitbringen. Bezahlt werde über Kollektivvertrag, die Arbeitszeiten seien flexibel.
"Wir suchen schon seit einem Jahr nach einem Koch, der unsere treue, vielzählige Kundschaft bekocht. Aber noch immer war nicht der Richtige dabei", sagt die Wirtin.
Bewerber gibt es regelmäßig, leider: Geeignete Kandidaten seien jedoch kaum darunter.
"Die meisten wollen nicht arbeiten. Ich höre oft: 'Wegen 200 Euro im Monat arbeite ich nicht.' Das heißt, er bekommt nur um 200 Euro mehr als er vom AMS bekommt", sagt Gastronom Klaus Döller im ORF.
Am Arbeitsplatz selbst liegt es wohl nicht. Hier wird über dem Kollektivvertrag bezahlt. Auch bei Urlaubswünschen versuche man flexibel zu bleiben - selbst während der Sommermonate, wenn das Gasthaus besonders gut besucht ist.
Für die kommende Saison konnte bereits eine Aushilfe gefunden werden. Die Suche nach einer dauerhaften Lösung geht aber weiter. Seit Corona sei es deutlich schwieriger geworden, Personal für die Gastronomie zu finden. Viele hätten die Branche verlassen und sich beruflich neu orientiert.
Trotzdem bleibt die Wirtin optimistisch. Der fehlende Koch habe das Team sogar enger zusammengeschweißt. Jeder helfe mit, wenn es notwendig sei. Und ihren Humor hat Gerhild Döller ebenfalls nicht verloren: "Wie heißt es so schön? Wenn es dem Esel zu wohl geht, geht er aufs Eis tanzen."