Für viele Langzeitarbeitslose im Burgenland sind AMS-Beschäftigungsprojekte oft die letzte Chance auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Doch genau diese Projekte stehen jetzt unter massivem Spardruck.
Im Burgenland gibt es derzeit 13 Beschäftigungsprojekte des Arbeitsmarktservice, sie sollen Menschen helfen, nach langer Arbeitslosigkeit wieder einen regulären Job zu finden. Doch bei sieben Projekten sind heuer bereits Kürzungen im zweiten Halbjahr geplant, das berichtet der ORF.
Die Betroffenen arbeiten dort meist vier bis zwölf Monate als sogenannte Transitarbeitskräfte. In dieser Zeit erhalten sie nicht nur ein Gehalt, sondern auch Unterstützung bei Bewerbungen und einen geregelten Alltag.
Wie wichtig diese Projekte für viele Menschen sind, zeigt das Beispiel von Karin Maralli. Sie arbeitet seit September beim Sozialökonomischen Betrieb "s'Kekserl" in Oberwart, wo Kekse hergestellt werden.
Zuletzt sei sie bereits verzweifelt gewesen. "Ich habe mir schon gedacht, dass ich keine Arbeit mehr finde. Zum Glück hat sich das dann aber super entwickelt. Die Arbeit bei 's'Kekserl' ist wirklich eine tolle Arbeit", sagt sie im ORF.
Nun hat sie wieder eine fixe Jobzusage und startet am 25. Mai in der Gastronomie.
Im Vorjahr fanden laut AMS insgesamt 624 Menschen über solche Beschäftigungsprojekte einen zeitlich begrenzten Arbeitsplatz.
"In den Beschäftigungsprojekten sammeln Transitarbeitskräfte Praxis. Sie bekommen Unterstützung bei Bewerbungen, sie erhalten ein Gehalt und haben wieder tägliche Routine und ein soziales Umfeld. All das ermöglicht den Personen, Hoffnung zu schöpfen und sich wieder auf Jobsuche zu machen", erklärt AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl.
82 Langzeitarbeitslose fanden im Vorjahr über die Projekte wieder dauerhaft Arbeit.
Ökonomen sehen dennoch Verbesserungsbedarf. Der Pöttelsdorfer Wirtschaftsforscher Lukas Lehner von der Universität Edinburgh plädiert dafür, die Beschäftigungsdauer zu verlängern.
Bei einem Pilotprojekt der Universität Oxford habe sich gezeigt, "dass wenn die Personen länger als ein Jahr garantiert beschäftigt werden, nehmen die Übertritte in den ersten Arbeitsmarkt stärker zu, als das bei einer kürzeren Dauer der Fall ist", so Lehner.
Doch genau dafür dürfte künftig das Geld fehlen.
Denn auch beim AMS wächst der Sparzwang. Für 2026 musste das Arbeitsmarktservice bereits Kürzungen hinnehmen. Das könnte weniger Plätze für Arbeitslose bedeuten - oder weniger Betreuer in den Projekten.
"Ich glaube, mehr Geld können wir uns für die nächsten zwei Jahre abschminken", sagt Sengstbratl.