Alarmierende Jugendstudie

Kids ohne Job & Ausbildung: 52 Prozent sind Migranten

Neue Zahlen von Statistik Austria zeigen: 2023 waren 12,9 Prozent der 15- bis 24-Jährigen weder in Job noch Ausbildung – Wien hat den höchsten Anteil.
Team Wirtschaft
11.03.2026, 12:39
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Zehntausende junge Menschen verlieren den Anschluss an Ausbildung und Arbeitsmarkt. Laut einer neuen Auswertung von Statistik Austria waren im Jahr 2023 rund 12,9 Prozent der 15- bis 24-Jährigen sogenannte NEETs – also Jugendliche, die weder arbeiten noch eine Ausbildung oder Weiterbildung absolvieren. Das entspricht rund 121.930 Personen in Österreich.

Der Anteil schwankte in den vergangenen Jahren. 2016 wurde mit 14,5 Prozent ein Höchststand erreicht. Danach ging der Wert zurück, zuletzt stieg er wieder leicht an. Insgesamt liegt das Niveau heute ungefähr dort, wo es bereits 2009 (12,8 Prozent) war.

Mehrheit hat nur Pflichtschulabschluss

Auffällig ist, dass mit 54,7 Prozent mehr als die Hälfte der betroffenen Jugendlichen maximal einen Pflichtschulabschluss hat. Dieser Anteil ist seit Jahren gestiegen. Gleichzeitig ging der Anteil der NEETs mit Lehrabschluss deutlich von 21,2 Prozent im Jahr 2009 auf zuletzt 15,1 Prozent zurück. Besonders häufig betrifft die Situation junge Männer mit niedriger Bildung.

Gut jeder zweite Betroffene hat Migrationshintergrund

Auch beim Migrationshintergrund zeigt sich eine klare Entwicklung. Während 2009 noch rund 39 Prozent der NEET-Jugendlichen einen Migrationshintergrund hatten, sind es inzwischen 51,8 Prozent. Damit ist diese Gruppe unter den NEETs stark überrepräsentiert, da ihr Anteil an der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung nur bei etwa 32,4 % liegt

Wien mit dem höchsten Anteil

Regional zeigen sich ebenfalls große Unterschiede. Wien weist mit 17,7 Prozent den höchsten Anteil an Jugendlichen ohne Job oder Ausbildung auf. Dahinter folgen Vorarlberg mit 14,9 Prozent und mehrere andere Bundesländer über dem Österreichschnitt. Am niedrigsten ist der Anteil in Oberösterreich mit 10,5 Prozent.

Immerhin 60 Prozent schaffen die Rückkehr

Die Studie zeigt aber auch eine positive Seite: Zwei Jahre nachdem Jugendliche als NEET erfasst wurden, sind rund sechs von zehn wieder in Ausbildung, erwerbstätig oder beim AMS gemeldet. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass Jugendliche, die mehrere Jahre hintereinander als NEET gelten, deutlich seltener später in Ausbildung oder Arbeit kommen.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } 11.03.2026, 12:39
Jetzt E-Paper lesen