Zehntausende junge Menschen verlieren den Anschluss an Ausbildung und Arbeitsmarkt. Laut einer neuen Auswertung von Statistik Austria waren im Jahr 2023 rund 12,9 Prozent der 15- bis 24-Jährigen sogenannte NEETs – also Jugendliche, die weder arbeiten noch eine Ausbildung oder Weiterbildung absolvieren. Das entspricht rund 121.930 Personen in Österreich.
Der Anteil schwankte in den vergangenen Jahren. 2016 wurde mit 14,5 Prozent ein Höchststand erreicht. Danach ging der Wert zurück, zuletzt stieg er wieder leicht an. Insgesamt liegt das Niveau heute ungefähr dort, wo es bereits 2009 (12,8 Prozent) war.
Auffällig ist, dass mit 54,7 Prozent mehr als die Hälfte der betroffenen Jugendlichen maximal einen Pflichtschulabschluss hat. Dieser Anteil ist seit Jahren gestiegen. Gleichzeitig ging der Anteil der NEETs mit Lehrabschluss deutlich von 21,2 Prozent im Jahr 2009 auf zuletzt 15,1 Prozent zurück. Besonders häufig betrifft die Situation junge Männer mit niedriger Bildung.
Auch beim Migrationshintergrund zeigt sich eine klare Entwicklung. Während 2009 noch rund 39 Prozent der NEET-Jugendlichen einen Migrationshintergrund hatten, sind es inzwischen 51,8 Prozent. Damit ist diese Gruppe unter den NEETs stark überrepräsentiert, da ihr Anteil an der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung nur bei etwa 32,4 % liegt
Regional zeigen sich ebenfalls große Unterschiede. Wien weist mit 17,7 Prozent den höchsten Anteil an Jugendlichen ohne Job oder Ausbildung auf. Dahinter folgen Vorarlberg mit 14,9 Prozent und mehrere andere Bundesländer über dem Österreichschnitt. Am niedrigsten ist der Anteil in Oberösterreich mit 10,5 Prozent.
Die Studie zeigt aber auch eine positive Seite: Zwei Jahre nachdem Jugendliche als NEET erfasst wurden, sind rund sechs von zehn wieder in Ausbildung, erwerbstätig oder beim AMS gemeldet. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass Jugendliche, die mehrere Jahre hintereinander als NEET gelten, deutlich seltener später in Ausbildung oder Arbeit kommen.