Nach zwei Jahren Dauer-Anstieg gibt es jetzt eine Trendwende: Erstmals seit 24 Monaten ist die Zahl der Jobsuchenden in Wien leicht gesunken. Das teilte das Arbeitsmarktservice Wien am Montag mit.
Zwar stieg die Zahl der offiziell Arbeitslosen im Februar im Jahresvergleich um 3,3 Prozent auf 134.232 Personen. Gleichzeitig ging aber die Zahl der Menschen in Schulungen deutlich zurück (minus 11,4 Prozent). Unterm Strich ist die Gesamtzahl der beim AMS gemeldeten Personen damit leicht um 0,1 Prozent gesunken.
AMS-Wien-Chef Winfried Göschl spricht von einem Wendepunkt. Gründe seien "weniger Zuzug, anziehende Konjunktur und Einschränkungen bei geringfügiger Beschäftigung". Vor allem bei Männern sei die Zahl der Jobsuchenden deutlich zurückgegangen. Bei Frauen hingegen stieg sie – auch wegen des höheren Pensionsantrittsalters.
Auffällig: Die Zahl der über 50-Jährigen, die arbeitslos oder in Schulung sind, ist um 3,6 Prozent gestiegen, die der unter 25-Jährigen um 2 Prozent gesunken.
Nicht alle Branchen profitieren. Im Einzelhandel stieg die Arbeitslosigkeit um 6,7 Prozent, in der Warenproduktion sogar um 7,1 Prozent. Auch Bau (+3,1 %) und Gastronomie (+0,3 %) verzeichnen Zuwächse.
Während sich am Arbeitsmarkt vorsichtig Optimismus breitmacht, baut das AMS Wien um: Die bisherige Geschäftsstelle in der Schönbrunner Straße übersiedelt am 9. März in einen Neubau in die Lemböckgasse im 23. Bezirk – nahe der U6. Dort sollen künftig Arbeitsmarkt-Agenden gebündelt werden, auch ein Sozialzentrum der Stadt Wien ist am Standort.