Vollbremsung am Arbeitsmarkt. Ein Firmenchef aus Deutsch-Wagram (NÖ) berichtete in einem "Heute"-Artikel von seinen Problemen, Arbeitskräfte zu finden. In den vergangenen Jahren schrumpfte sein Betrieb von 36 Mitarbeitern auf nur elf zusammen. Trotz Überzahlung – das Bau-Unternehmen zahlt deutlich mehr als der Kollektivvertrag vorsieht –, Job-Annoncen (sie liefen ein Jahr lang) und Kontakten zum AMS, kamen kaum gute Bewerber. Viele hatten keine Ahnung vom Handwerk, andere wollten nur den berühmten "Stempel" für das AMS.
Jetzt meldete sich ein weiterer Unternehmer aus der Baubranche bei "Heute". Florian B. (Name der Redaktion bekannt) hat einen etwa gleich großen Betrieb in Graz (13 Mitarbeiter). "Man lernt nie aus, ich erlebe immer etwas Neues, bei der Suche nach Arbeitern", sagt er.
Es wird dann noch schlimmer, beschreibt Florian B. die Situation, "die Bewerber werden immer frecher!" Konkret geht es um einen Mann, der sich schon öfter bei dem Grazer vorstellen wollte. Doch in letzter Sekunde gab es immer einen Grund, warum es nicht klappte: "Einmal war der Bus defekt, dann waren seine Kinder krank."
Jetzt meldete er sich wieder für eine freie Stelle: "Er würde gerne arbeiten kommen, aber da er keinen Führerschein hat, sei es schwer." Im nächsten Satz schon kam die Forderung an Firmenchef Florian B.: "Aber ich bin gerade mittendrin bei der Fahrschule, doch sie ist sehr teuer..."
Dann sagte er klipp und klar: "Wenn du mir 700 Euro überweist, mache ich den Schein fertig und komme arbeiten!" Der Mann hatte laut Florian B. keinen Genierer: "Die Rechnung hat er mir gleich mitgeschickt." Den Job hat er ... - richtig: Nicht bekommen.