Arbeiter beim AMS "geparkt"

Über 63.000 betroffen! Arbeitslosigkeit am Bau steigt

Im Jänner ist die Zahl der Arbeitslosigkeit am Bau um 3,7 Prozent gestiegen. Grund für die hohe Quote sind saisonbedingte Schwankungen und Layoffs.
Lara Heisinger
03.02.2026, 14:57
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Am Bau schlägt die Winterpause traditionell stark auf den Arbeitsmarkt durch: Ende Jänner 2026 waren beim Arbeitsmarktservice (AMS) 63.743 Bauarbeiter als arbeitslos vorgemerkt oder in Schulungen. Das sind 2.261 Personen mehr als im Vorjahr – ein Plus von 3,7 Prozent.

Laut AMS ist die Zahl der Jobsuchenden in der Branche saisonbedingt im Winter besonders hoch: Sie lag Ende Jänner 3,5-mal über dem Juli 2025, dem Monat mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit im Vorjahr. AMS-Vorstandsvorsitzender Johannes Kopf verweist dabei auf die hohe Wiedereinstellungsrate.

Jeder Dritte ausländischer Staatsbürger

Aktuell hätten rund 64 Prozent der arbeitslosen Bauarbeiter bereits eine Einstellzusage. Die Arbeitslosigkeit am Bau schwankt witterungsbedingt stark. So waren im Jänner 2025 um 40.940 Personen mehr aus der Bauwirtschaft arbeitslos gemeldet als im Juli.

Im Jahr 2025 hatten von den laut AMS 89.460 Beschäftigte am Bau, rund 33 Prozent, eine ausländische Staatsbürgerschaft. Die größten Gruppen kamen aus Polen, Rumänien, Ungarn und Kroatien.

Arbeiter beim AMS "geparkt"

Besonders typisch für die Branche ist die sogenannte "Layoff-Arbeitslosigkeit", also die Unterbrechung der Beschäftigung in den Wintermonaten. Laut AMS entfallen 26,8 Prozent aller Layoff-Arbeitslosigkeitstage auf die Bauwirtschaft.

Viele Arbeiter würden in dieser Phase beim AMS "geparkt", obwohl sie oft wieder zum gleichen Arbeitgeber zurückkehren. "

Die Arbeitslosenquote im Wirtschaftszweig Bau lag 2025 bei 9,1 Prozent und damit über der Gesamtarbeitslosenquote von 7,4 Prozent. Allerdings zeigte sich ein starkes Saisonmuster: Von April bis November lag die Quote unter dem gesamtwirtschaftlichen Wert.

Wien mit höchster Arbeitslosigkeit

"Die hohe Arbeitslosigkeit und die deutlich rückläufige Beschäftigung in den Monaten Jänner bis März und im Dezember waren die maßgeblichen Treiber für die hohe Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2025", erklärte das AMS.

Auch regional gibt es große Unterschiede: In Vorarlberg lag die Quote 2025 bei 5,6 Prozent, während Wien mit 14,9 Prozent den höchsten Wert aufwies.

Kritik von Arbeiterkammer

Vor wenigen Tagen hatte die Arbeiterkammer Österreich diese Praxis scharf kritisiert. Arbeitnehmer müssten dabei die Zeche zahlen, während die temporäre Anmeldung beim AMS für Unternehmen praktisch kostenfrei sei.

"Zugleich entstehen dem Staat durch diese Unternehmenspraxis jährliche Kosten bis zu 700 Millionen Euro", so die Arbeitnehmervertreter. Jährlich würden durch temporäre Layoffs rund 200.000 Beschäftigungsverhältnisse unterbrochen.

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