Eltern fassungslos

Restaurant verrechnet 66 € extra für Baby-Hochstuhl

Ein Luxus-Buffet, 111 Käsesorten – und ein 13 Monate altes Baby, das in einem Restaurant in Südfrankreich für heftige Diskussionen sorgt.
Newsdesk Heute
02.02.2026, 19:48
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Narbonne, eine französische Kleinstadt, nur rund eine Autostunde von der spanischen Grenze entfernt, gilt als beliebtes Ziel für Genießer, Strandurlauber und Wanderfans. Herzstück der kulinarischen Szene ist das international bekannte Restaurant "Les Grands Buffets".

In holzvertäfeltem Ambiente erleben Gäste Haute Cuisine im All-you-can-eat-Format. Besonders berühmt ist die längste Käsetheke der Welt mit 111 Sorten. Für dieses Erlebnis zahlen Besucher 65,90 Euro pro Person – Reservierungen sind begehrt, das Lokal europaweit bekannt.

Für Empörung sorgte eine Szene, die ein Journalist der französischen Zeitung "Midi Libre" beobachtete. Ein Vater sollte für seinen 13 Monate alten Sohn den vollen Preis bezahlen – obwohl das Kind nichts vom Buffet essen würde.

Als Frédéric mit Familie und Freunden ins Restaurant kam, traf ihn eine überraschende Nachricht: Für den Hochstuhl seines Sohnes Gabriel sollten 65,90 Euro berechnet werden.

„Er ist kein Plüschtier, er ist ein Mensch, daher zählt er als normale Person“

Laut "Midi Libre" gilt diese Regelung bereits seit Oktober. Auf der Website des Restaurants wird die Preispolitik klar formuliert: "Les Grands Buffets bieten ein Menü 'Gastronomische Buffets nach Belieben' zu einem Einheitspreis für alle Gäste, unabhängig von ihrem Alter, an."

Frédéric versuchte zu erklären, dass sein Sohn noch zu klein sei, um am Buffet teilzunehmen. Doch das Personal blieb unnachgiebig. Laut "Focus" fiel dabei ein Satz, der viele fassungslos zurückließ: "Er ist kein Plüschtier, er ist ein Mensch, daher zählt er als normale Person."

Besonders bitter: Der Vater hatte sich zuvor telefonisch erkundigt. "Man sagte uns, dass Kinderwagen im Restaurant verboten seien, aber man versicherte mir, dass wir ohne Probleme einen Hochstuhl gestellt bekämen." Von zusätzlichen Kosten war offenbar keine Rede.

Da Frédéric die Reservierung nicht selbst vorgenommen hatte, wusste er nichts von der neuen Preispolitik. In anderen Restaurants habe es nie Probleme gegeben.

Die Haltung des Hauses empfindet er als maßlos überzogen: "Ich habe darauf hingewiesen, dass diese Politik eindeutig unmenschlich ist, und als ich erklärte, dass mir ein Verantwortlicher einen Hochstuhl zugesagt hatte, wurde ich als Lügner bezeichnet."

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Um den Abend nicht eskalieren zu lassen, nahm er seinen Sohn schließlich auf den Schoß. Zwar lobte er die Freundlichkeit des übrigen Personals, doch der Vorfall hinterließ Spuren. Der verlangte Betrag sei "skandalös", schließlich handle es sich um den "Preis für ein Festmahl für einen Erwachsenen".

Shitstorm in sozialen Netzwerken

"Les Grands Buffets" sind auch auf Social Media ein Publikumsmagnet. Influencer aus ganz Europa reisen nach Narbonne, um das Mega-Buffet zu präsentieren – darunter auch die deutsche Creatorin Bettina Grabl, online besser bekannt als "Betelsfoodfeast".

Doch unter aktuellen Beiträgen häuft sich Kritik. Eine Userin schreibt sinngemäß, die Hochstuhl-Gebühr sei nur ein Vorwand: Das Restaurant wolle kinderfreundlich wirken, Kinder seien dort aber in Wahrheit nicht willkommen.

Luxus vs. Fingerspitzengefühl

Der Fall wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wo endet exklusive Gastronomie – und wo beginnt fehlendes Fingerspitzengefühl? Klar ist: 66 Euro für einen Baby-Hochstuhl treffen bei vielen einen Nerv.

Und aus einem kulinarischen Aushängeschild ist innerhalb weniger Tage ein international diskutierter PR-Aufreger geworden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 02.02.2026, 20:16, 02.02.2026, 19:48
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