Wiener Wirt greift durch

Kult-Restaurant verrechnet Gebühr, wenn du nicht kommst

Wer im Restaurant für zu viele Personen einen Tisch reserviert, muss in immer mehr Betrieben mit einer Gebühr rechnen. Ein Wiener Wirt erklärt, warum.
Robert Cajic
17.01.2026, 10:59
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Immer mehr Restaurants greifen jetzt durch: Wer reserviert und dann einfach nicht auftaucht, soll künftig zahlen. Auch ein Wirt in Wien-Döbling hat genug – und verlangt für "No Shows" jetzt 25 Euro pro Person.

Im Döblinger Restaurant "mozart&meisl" sprach "Heute" mit Inhaber Daniel Aleksic. "Wir haben die Gebühr eingeführt, einfach für eine gewisse Planungssicherheit", erklärt der Gastronom im "Heute"-Talk. Denn gerade, wenn ein Lokal voll ausreserviert ist, laufen in der Küche schon lange vor dem ersten Gast die Vorbereitungen auf Hochtouren.

"Das dauert alles Zeit – und kostet Geld"

Der Wirt stellt klar: Viele Speisen werden im Voraus vorbereitet – und zwar nicht nebenbei, sondern mit Aufwand. Als Beispiel nennt Aleksic den hauseigenen Erdäpfelsalat, der gewaschen, geschnitten und vorbereitet werden muss.

"Das dauert alles Zeit und kostet natürlich auch Geld", so der Wirt. Auch die Mitarbeiter würden schließlich nicht gratis arbeiten – bei vollem Haus müssten auch alle Personalressourcen ausgenutzt werden. Dazu kommen Fixkosten wie Miete und Lebensmittel.

Essen für 50 Gäste – und dann wird weggeworfen

Besonders bitter wird es, wenn große Gruppen reservieren – und dann ein Großteil einfach fehlt. "Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man zum Beispiel für 50 Leute Essen vorbereitet und dann 30 Portionen entsorgt werden müssen", sagt der Wirt.

Für ihn ist die No-Show-Gebühr deshalb nicht nur Ärger-Vermeidung, sondern auch ein Schritt gegen Lebensmittelverschwendung.

Bis zwei Stunden vorher kostenlos stornieren

Ganz streng ist die Regel aber nicht: Wer rechtzeitig absagt, muss nichts bezahlen. Im Lokal gilt: Bis zu zwei Stunden vor der Reservierungszeit kann man unkompliziert per Telefon oder E-Mail absagen. Erst danach wird die Gebühr von 25 Euro fällig.

Dass immer mehr Wirte solche Gebühren einführen, hat einen einfachen Grund: Viele Lokale kämpfen mit steigenden Kosten – und No-Shows können für Betriebe richtig teuer werden. Während Gäste oft "nur vergessen", bleibt der Schaden am Ende beim Restaurant hängen.

Für den Wirt ist klar: Reservieren ist kein lockeres "Vielleicht" – sondern eine Zusage. Und die soll künftig wieder etwas wert sein. Bislang soll es im "mozart&meisl" noch nicht zu solchen Härtefällen gekommen sein. Gastro-Inhaber sieht sich aber aufgrund diverser Vorfälle im Vorjahr zu diesem Schritt gezwungen.

Laut dem Inhaber des "mozart&meisl" sei die Art und Weise, nach Reservierungen einfach nicht zu erscheinen, sowieso eine "Unart" – diese habe sich vor allem bei vielen Gastro-Kunden in der Corona-Zeit eingeschlichen.

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Für jedes Foto in "Heute" oder jedes Video auf "Heute.at" gibt es 50 Euro.So geht's

Doch was passiert mit der No-Show-Gebühr, wenn sie eingefordert wird? Der Gastro-Boss überlegt, den Betrag zu spenden: "Es geht jedenfalls nicht darum, sich zu bereichern."

Wir erinnern: In Oberösterreich verrechnete bereits ein Wirt nach einer Tischreservierung für neun Personen eine Gebühr von 20 Euro, weil kurzfristig jemand erkrankt war – "Heute" berichtete.

{title && {title} } rca, {title && {title} } Akt. 17.01.2026, 11:23, 17.01.2026, 10:59
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