Inflation belastet alle

Wiener Wirt erklärt, wie er Gastro-Preise niedrig hält

Trotz Inflation freut sich das "mozart&meisl" vor dem Martinifest auf ein volles Haus – "Heute" sprach mit dem Inhaber und einem Gastro-Experten.
Robert Cajic
09.11.2025, 22:10
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Rund um den Martinstag am 11. November freuen sich tausende Österreicher in den heimischen Gastro-Betrieben auf das Ganslessen. Das Wiener Restaurant "mozart&meisl" bietet eine große Auswahl – vom klassischen Martinigansl, Pulled Goose Burger, Ganslsuppe bis hin zur Leber und zum Ganslklein.

Trotz Inflation darf sich Gastro-Boss Daniel Aleksic von "mozart&meisl" auf ein volles Haus freuen. "Heute"-Reporter Robert Cajic diskutierte mit dem Wiener Wirten sowie Gastro-Experten Peter Dobcak über die derzeitigen Herasuforderungen in der Gastronomie.

Seit Corona – das hat sich in der Gastro geändert

In dem charmanten Restaurant in der Gymnasiumstraße in Wien-Döbling läge man zwar im Vergleich zum Vorjahr hinter den Erwartungen, doch vor dem Martinifest sei die Reservierungslage gut, so Aleksic.

Dass es dieses Jahr in den heimischen Lokalen ruhiger zugeht als zuvor, sei auch der wirtschaftligen Gesamtlage geschuldet, so der "mozart&meisl"-Inhaber im Gastro-Talk. Als Beispiel: Der Einkaufs-Kilopreis hat sich dieses Jahr fast verdoppelt – "Heute" berichtete.

Diese Mehrkosten könne Aleksic unmöglich auf seine Kunden abwälzen, sonst "würde das Gansl 60 statt 30 Euro kosten". Vielmehr versucht der Gastro-Boss, seinen Gästen ein echtes Gastro-Erlebnis zu bieten: "Hier kommen die Leute zusammen."

Und: "Das Kundenverhalten hat sich seit Corona geändert", stellt der Wiener Wirt fest. Gäste würden nicht mehr so oft ins Restaurant Abendessen gehen, "statt fünf Bier trinken dieselben Kunden nur noch drei". Stammtische kommen immer seltener zustande, das Geschäft mit den Zustelldiensten würde Gastro-Kunden darüber hinaus oftmals die Entscheidung abnehmen, in ein Lokal zu gehen. Daheim sei es oftmals schlichtweg bequemer.

Kostenexplosion auch in der Gastronomie

Auch die anhaltenden Preis-Teuerungen drücken vielen Familien auf den Schuh. Insgesamt lag die Inflationsrate im Oktober bei 4,0 Prozent und damit auf dem gleichen hohen Niveau wie im September – "Heute" berichtete.

Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol wurden im Jahresvergleich um 3,9 Prozent teurer – nach 3,8 Prozent im Vormonat. Als Preistreiber wird oftmals das bei vielen Österreichern beliebte Bier auserkoren. Gastro-Experte Peter Dobcak erklärt im "Heute"-Talk, wieso man den Betrieben etwaige Teuerungen beim Bier nicht in die Schuhe schieben sollte:

"Es ist so, dass Energie- und Einkaufspreise steigen. Die Kostenbelastung in der Gastronomie ist deutlich höher als in den Vorjahren. Das sind große Herasuforderungen, aber wir arbeiten gewinnorientiert – deshalb schlägt sich der Preis oft auf den kunden nieder."

Experte: "Gastro ist kein Preistreiber!"

Gastro-Betreiber als Preistreiber zu nennen, findet Dobcak unfair: "Die Gastronomie ist kein Preistreiber, weil wir de facto Zwischenhändler und somit auch von den teuerungen betroffen sind. Wir erhöhen die Preise nicht aus Jux und Tollerei."

Seit Oktober steht auch fest: Fürs Trinkgeld kommen bundesweit einheitliche Pauschalen. Trinkgeld ist in Österreich zwar prinzipiell steuerfrei und soll das auch bleiben. Aber auch auf das Trinkgeld werden Sozialversicherungsabgaben fällig, für deren Bemessung künftig österreichweit einheitliche Pauschalen kommen – bisher galten je nach Bundesland unterschiedliche Beträge.

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Neue Trinkgeld-Regelung – Experte mit Appell

Laut Gastro-Experte Peter Dobcak ist die neue Trinkgeld-Regelung ein wichtiger Schritt nach vorne: "Wir Gastronomen haben jetzt Rechtssicherheit und einheitliche Pauschalen. Und das Wichtigste: Wir müssen keine Nachzahlungen von den Sozialversicherungen erwarten; wissen genau, wie viel wir zu bezahlen haben."

Doch wie sieht die Zukunft des Trinkgeldes überhaupt aus? Immerhin zahlen viele Gäste mit der Karte. Peter Dobcak erklärt: "Bar zahlen ist einfacher. Mein Appell: Wenn die Kunden mit dem Service zufrieden sind, auch mit der Karte Trinkgeld geben!"

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