In Restaurants einen Tisch für fünf Personen reservieren, um dann einfach zu dritt zu erscheinen? Das könnte in immer mehr Gastro-Betrieben teuer werden. Der Grund: Immer mehr Restaurants leiden unter der "Faulheit" der Gäste, bei Reservierungen Änderungen nicht bekannt zu geben.
Die Folge: Leere Stühle, leere Teller und letztendlich fehlende Planungsmöglichkeiten. Nach einem Lokal in Oberösterreich zieht jetzt auch ein beliebtes Restaurant in Wien-Döbling die Notbremse: 25 Euro pro Person werden fällig, wenn Gäste einfach fernbleiben. Das ist der Grund.
Betroffen ist das Döblinger Lokal "mozart&meisl". Dort hat Inhaber Daniel Aleksic genug von sogenannten No-Shows – also Reservierungen, bei denen Gäste ohne Absage nicht erscheinen. bzw. die Anzahl der reservierten Plätze nicht eingehalten wird.
Im Gespräch mit "Heute" macht Aleksic klar, warum er den Schritt gesetzt hat: "Wir haben die Gebühr eingeführt, einfach für eine gewisse Planungssicherheit." Denn wenn das Restaurant voll reserviert ist, laufen die Vorbereitungen längst – noch bevor der erste Gast überhaupt die Tür öffnet.
"Heute"-Talk: Wiener Wirt kassiert "No-Show-Gebühr" fürs Nichtkommen
Viele Speisen würden nicht "nebenbei" entstehen, sondern seien mit echtem Aufwand verbunden. Als Beispiel nennt der Wirt den hauseigenen Erdäpfelsalat – der werde gewaschen, geschnitten und vorbereitet.
"Das dauert alles Zeit und kostet natürlich auch Geld", so Aleksic. Dazu komme: Personal, Miete, Lebensmittel – all das laufe weiter, egal ob jemand erscheint oder nicht. Richtig bitter werde es laut dem Wiener Gastronomen vor allem bei größeren Reservierungen.
„Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man zum Beispiel für 50 Leute Essen vorbereitet und dann 30 Portionen entsorgt werden müssen.“Daniel AleksicInhaber des "mozart&meisl"
Für ihn sei die Gebühr deshalb nicht nur ein Schutz vor Ärger – sondern auch ein Schritt gegen Lebensmittelverschwendung. Ganz knallhart ist die Regel aber nicht: Wer rechtzeitig absagt, muss nichts zahlen. Im "mozart&meisl" gilt: Bis zwei Stunden vor der Reservierungszeit kann man kostenlos per Telefon oder E-Mail stornieren. Erst danach wird es teuer: Dann werden 25 Euro pro Person fällig.
Dass immer mehr Lokale solche Gebühren einführen, hat einen klaren Hintergrund: Steigende Kosten setzen die Gastronomie ohnehin unter Druck – und No-Shows können für Wirte richtig teuer werden.
Während Gäste oft nur "vergessen", bleibt der Schaden am Ende beim Lokal hängen. Für Aleksic ist daher klar: Reservieren ist eine Zusage – kein lockeres "Vielleicht".
Der Wirt sieht darin sogar eine schlechte Angewohnheit, die sich besonders seit der Pandemie verstärkt habe. Diese Art, einfach nicht zu erscheinen, sei eine echte "Unart", so der Gastronom.
Bisher sei es im Lokal zwar noch nicht zu extremen Fällen gekommen – doch Vorfälle im vergangenen Jahr hätten ihn zu dem Schritt gezwungen.
Und was passiert mit der No-Show-Gebühr, wenn sie tatsächlich kassiert wird? Aleksic denkt sogar daran, den Betrag zu spenden: "Es geht jedenfalls nicht darum, sich zu bereichern."