Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist erneut gestiegen. Wie aus den aktuellen Zahlen des Arbeitsministeriums hervorgeht, waren Ende Mai 301.676 Menschen arbeitslos gemeldet – das sind um rund 5.500 Personen oder 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 7,1 Prozent.
Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen. Ihre Zahl stieg binnen eines Jahres um 13 Prozent auf 102.788 Personen. Damit ist bereits mehr als jeder dritte Arbeitslose seit mindestens einem Jahr beim AMS vorgemerkt.
Auch bei jungen Menschen zeigt sich keine Entspannung. Die Jugendarbeitslosigkeit erhöhte sich im Mai leicht um 0,7 Prozent. Gleichzeitig wächst die Lehrstellenlücke: Während die Zahl der Lehrstellensuchenden um 11,4 Prozent zunahm, gingen die offenen Lehrstellen deutlich zurück. Aktuell fehlen 1.673 Lehrstellen.
Frauen sind von der aktuellen Entwicklung besonders betroffen. Ihre Arbeitslosigkeit stieg um fünf Prozent, während jene der Männer sogar leicht zurückging. Auffällig ist zudem die Situation älterer Arbeitnehmerinnen: Bei den über 60-Jährigen waren Ende Mai rund 32 Prozent mehr Frauen arbeitslos gemeldet als noch vor einem Jahr.
Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt verhalten. Die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen sank um 5,4 Prozent auf 79.116. Zwar gab es zuletzt einen leichten Anstieg bei neu gemeldeten Stellen, von einer nachhaltigen Trendwende kann aber noch keine Rede sein.
Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) bezeichnete die Lage als weiterhin herausfordernd. Sie kündigte gezielte Investitionen für ältere Arbeitssuchende an und forderte Unternehmen auf, verstärkt auf die Erfahrung älterer Beschäftigter zu setzen.
"Es braucht ein deutliches Umdenken in den Betrieben: Gerade in Zeiten, wo die Wirtschaft einen Fachkräftemangel beklagt, sind die Arbeitgeber aufgefordert, den Erfahrungsschatz älterer Arbeitnehmer:innen gezielt zu nutzen und die Arbeitsplätze so zu gestalten, dass gesundes und produktives Arbeiten bis zum Pensionsantritt möglich bleibt", so die SP-Ministerin.