Alarm in Wien

Lehrstellenkrise! Immer mehr Jugendliche gehen leer aus

Die Lehrstellenlücke in Wien wird größer. In drei Jahren ist die Zahl der Suchenden deutlich gestiegen, gleichzeitig gibt es weniger Lehrstellen.
Wien Heute
01.07.2026, 15:10
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Für viele Jugendliche beginnt mit dem Schulschluss die Suche nach einer Lehrstelle. Doch die Chancen haben sich in Wien in den vergangenen Jahren verschlechtert. Das zeigen aktuelle Zahlen des Arbeitsmarktservice (AMS) auf "Heute"-Anfrage.

Demnach waren im Juni 2026 in Wien 6.104 Jugendliche auf Lehrstellensuche. Drei Jahre zuvor, im Juni 2023, waren es noch 4.440, im August 2025 rund 5.300. Das Problem: Gleichzeitig ist die Zahl der offenen Lehrstellen gesunken: Waren im Juni 2023 noch 2.346 Stellen gemeldet, sind es aktuell nur noch 1.794. Im August 2025 waren es sogar nur rund 800.

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Unternehmen müssen mehr ausbilden

Für AMS-Wien-Chef Winfried Göschl ist die Entwicklung besorgniserregend: "Wir haben einen starken Rückgang bei Lehrstellen in den vergangenen Jahren, bei gleichzeitig mehr Lehrstellensuchenden. Hier lassen wir leider viel Potenzial liegen."

An die Unternehmen gerichtet, meint Göschl: "Es wird kein Weg daran vorbeiführen, dass Unternehmen wieder mehr ausbilden. Viele Fachkräfte werden in den kommenden Jahren ausscheiden, und um sie zu ersetzen, muss jetzt mit der Ausbildung von Jungen begonnen werden", so Göschl.

Überbetriebliche Lehrausbildung

Natürlich könne das für Unternehmen auch mühsam sein, "aber nur so haben sie in fünf Jahren die Fachkräfte, die sie brauchen. Wir werden die Betriebe nach Kräften unterstützen – beispielsweise durch die überbetriebliche Lehrausbildung: Sie bietet Unternehmen die Möglichkeit, Lehrlinge fertig auszubilden, die das AMS bereits gut vorbereitet hat."

Auch die Arbeiterkammer fordert ein Umdenken bei den Unternehmen. AK-Wien-Präsidentin Renate Anderl warnt, dass trotz eines leichten Rückgangs bei arbeitslosen Jugendlichen (-6,2 Prozent bei den unter 25-Jährigen im Juni, Anm.) weiterhin zu viele junge Menschen ohne Lehrstelle bleiben.

Junge Menschen nicht zurücklassen

"Die Fachkräfte, die die Betriebe dringend benötigen, wachsen nicht auf den Bäumen. Es braucht ein Umdenken und mehr Engagement bei der Ausbildung. Die Perspektiven für junge Menschen sind entscheidend – sie sind die Fachkräfte der Zukunft, wir dürfen sie keinesfalls zurücklassen", betont Anderl.

Neben mehr Ausbildungsplätzen müsse auch die Qualität der Lehre stimmen, so die Arbeiterkammer: "Eine hochwertige Ausbildung und faire Arbeitsbedingungen sind die Basis dafür, dass junge Menschen ihre Lehre erfolgreich absolvieren und uns als Fachkräfte erhalten bleiben", so Anderl. Besonders wichtig sei zudem die überbetriebliche Lehrausbildung für Jugendliche, die nicht sofort einen Ausbildungsplatz finden.

Aufruf zur Beratung

AMS-Wien-Chef Göschl richtet einen Appell an Lehrstellensuchende: "An alle junge Menschen, die daran denken, im Herbst eine Lehre zu beginnen: Kommt jetzt schon zu AMS und lasst euch beraten, am besten gleich in der ersten Ferienwoche. Verlasst die ausgetretenen Pfade, es muss nicht Friseurin und Kfz-Techniker sein. In der Gastronomie und im Tourismus zum Beispiel gibt es ganz ausgezeichnete Jobchancen, auch in vielen technischen Bereichen – warum nicht Mechatronikerin werden?"

{title && {title} } red, {title && {title} } 01.07.2026, 15:10
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