Die Arbeitslosigkeit in Österreich liegt Ende Juni um rund +6.900 (+2,4% auf rund 295.500) über dem Wert von 2025. Die Register-Arbeitslosenquote beträgt 6,9 % (+0,1%-Punkt gegenüber Juni 2025). Die Beschäftigung steigt gegenüber dem Vorjahr leicht (geschätzt +4.000 Beschäftigungsverhältnisse).
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft, außer bei den Jugendlichen, alle Altersgruppen. Bei den Jugendlichen stagniert die Zahl der Arbeitssuchenden.
Der Zuwachs an Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden gegenüber dem Vorjahr blieb über die letzten Monate annähernd stabil. Die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden erreicht im Juni 2026 den Gesamtwert von 368.948 (+4.529 oder +1,2% gegenüber dem Vorjahr).
Die Arbeitslosigkeit von Frauen erhöht sich im Juni mit +5,9%, während die Arbeitslosigkeit der Männer leicht rückläufig ist (-0,5%).
Die Arbeitslosigkeit von Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft steigt leicht um +0,4% an, während sich die Arbeitslosigkeit von Inländer:innen mit +3,7% erhöht.
Da die Zahl der Arbeitssuchenden schon über viele Monate ansteigend ist, wächst auch die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen mit Status Arbeitslos und mindestens einem Jahr AMS-Vormerkung auf 104.188 (+11.765 oder +12,7%). Der Anteil der Langzeitbeschäftigungslosen an allen arbeitslos vorgemerkten Personen liegt bereits bei 35%.
Die Bestandszahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen sinkt Ende Juni 2026 gegenüber dem Vorjahr um -4,5% auf 80.570. Der Zugang an offenen Stellen beim Arbeitsmarktservice ist im Juni mit +8,5% jedoch bereits gegenüber dem Vorjahr etwas ansteigend (+3.397).
Die Jugendarbeitslosigkeit verzeichnet im Juni 2026 im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang um -0,7 %. Die Zahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden sinkt (-13,1% oder -1.160), ebenso ist ein Rückgang der beim AMS gemeldeten offenen Lehrstellen (-906) gegenüber dem Vorjahr zu beobachten. Die Lehrstellenlücke beträgt somit -1.641 Stellen.
Zudem setzt sich der rückläufige Trend der Lehrlingszahlen fort. In allen Bundesländern und in beinahe allen Sparten ist im Mai 2026 ein Rückgang der Lehrlinge im 1. Lehrjahr zu beobachten. Bundesweit beträgt der Rückgang der besetzten betrieblichen Ausbildungsplätze Ende Mai im ersten Lehrjahr -6,1 %.
Um diese Entwicklung abzufedern und Jugendlichen trotz der schwierigen Arbeitsmarktlage eine Perspektive zu bieten, gewinnt die Überbetriebliche Lehre (ÜBA) als Auffang- und Qualifizierungsinstrument an Bedeutung. Ende Mai befanden sich 6.133 Personen in einer solchen vom AMS finanzierten überbetrieblichen Ausbildung, dies entspricht einem Anstieg von +4,2 % im Vergleich zum Vorjahr.
"Wir dürfen die Zukunft unserer Jugend nicht aufs Spiel setzen. Die Überbetriebliche Lehre ist ein unverzichtbares Instrument, um Jugendlichen eine fundierte Berufsausbildung zu garantieren und ihnen einen erfolgreichen Start in ihre berufliche Zukunft zu ermöglichen", erklärt Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann.