Die Lage am niederösterreichischen Arbeitsmarkt spitzt sich weiter zu. Während die Wirtschaft nur langsam vom Fleck kommt, steigt die Zahl der Menschen ohne Job wieder spürbar an. Ende April waren beim AMS allein in Niederösterreich 45.679 Personen arbeitslos gemeldet – um 5,4 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.
Damit wächst der Druck auf viele Haushalte. Wer derzeit auf Jobsuche ist, merkt: Betriebe sind vorsichtiger geworden, offene Stellen werden seltener ausgeschrieben und manche Unternehmen halten sich bei Neueinstellungen ganz zurück.
AMS NÖ-Chefin Sandra Kern spricht von einer Wirtschaft, die sich langsamer erholt als erhofft. Kern: "Statt dem erhofften Rückgang der Arbeitslosigkeit für Niederösterreich wird die Zahl der Jobsuchenden 2026 voraussichtlich mit Plus 3% weiter steigen. Gleichzeitig sorgt die einsetzende Pensionierungswelle der Babyboomer-Generation für eine dynamische Arbeitskräftenachfrage."
Besonders betroffen sind Frauen: Ihre Arbeitslosigkeit stieg um 8,6 Prozent, bei Männern lag das Plus bei 2,7 Prozent. Auch Menschen ab 50 Jahren sind stärker betroffen. In dieser Gruppe gab es einen Anstieg um 5,9 Prozent.
Auffällig ist der Blick auf die Branchen. Die Branchenarbeitslosigkeit im Bereich Erziehung und Unterricht stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 18 Prozent, im Gesundheits- und Sozialwesen auf 14,5 Prozent. Im Bauwesen sank die Arbeitslosigkeit hingegen um 2,4 Prozent.
Gleichzeitig sinkt die Zahl der freien Jobs. Aktuell sind beim AMS NÖ rund 11.700 offene Stellen gemeldet – das sind 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch Lehrlinge haben es nicht überall leichter: Die Zahl der offenen Lehrstellen ist ebenfalls zurückgegangen.
Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz will deshalb weiter auf Qualifizierung setzen: "Bildung und kontinuierliche Weiterentwicklung sind die Grundlage für stabile Beschäftigung und wirtschaftliche Selbstständigkeit. Darum investiert Niederösterreich gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Qualifizierungsmaßnahmen und damit in die Zukunft unserer Arbeitnehmer."
Fakt ist: Trotz laufender Qualifizierungsmaßnahmen suchen aktuell mehr Niederösterreicher Arbeit, als Betriebe Stellen ausschreiben.