Brisanter Report

Diese Belastungen machen Frauen öfter krank als Männer

Job und Familie unter einen Hut zu bringen, hat offenbar seinen Preis. Auch zu diesem Schluss kommt der aktuelle Fehlzeitenreport für 2025.
Team Wirtschaft
30.06.2026, 16:10
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Beschäftigte waren 2025 etwas seltener krank als 2024. Das zeigt der Fehlzeitenreport von Wifo, AK, WKÖ und Dachverband der Sozialversicherungsträger. 2025 verbrachten demnach unselbstständig Beschäftigte im Schnitt 14,7 Kalendertage im Krankenstand, ein Minus von 2,7 Prozent gegenüber 2024 (15,1 Tage). Die Krankenstandsquote sank von 4,1 auf 4 Prozent. Heißt: Im Schnitt fielen Arbeitnehmer an 4 von 100 Arbeitstagen krankheitsbedingt aus.

Ausfälle kosten rund sechs Milliarden

Gleichzeitig nahmen kurze Krankenstände zu: 44,7 Prozent aller Fälle dauerten 2025 weniger als vier Tage – 2024 waren es noch 43,2 Prozent. An den gesamten Krankenstandstagen machten diese kurzen Ausfälle aber nur 10 Prozent aus.

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Krankheitsbedingte Ausfälle kosteten laut den letztverfügbaren Daten aus 2024 direkt rund 6,2 Milliarden Euro. Die größten Anteile entfielen auf Entgeltfortzahlung der Betriebe (4,8 Milliarden) sowie Krankengeld der Krankenversicherung (1,2 Milliarden). Hinzu kommen Wertschöpfungsverluste, die bis zu 8,8 Milliarden erreichen können.

Frauen deutlich öfter krank

2025 zeigen sich auch deutliche geschlechterspezifische Unterschiede: Frauen verbrachten mit durchschnittlich 15,5 Tagen um 9,9 Prozent mehr Zeit im Krankenstand als Männer mit 14,1 Tagen. Frauen sind laut Bericht häufiger krank, weil sie häufiger an psychischen Erkrankungen wie Ängsten und Depressionen leiden. Als weiterer Grund werden eine stärkere Stressbelastung sowohl im Job als auch in der Familie genannt.

Und: Frauen sind häufiger in Branchen mit überdurchschnittlichen Krankenstandsquoten wie Gesundheits- und Sozialwesen beschäftigt. Auch die Erhöhung des Pensionsantrittsalters und die damit gestiegene Frauenerwerbsquote spielen bei der Entwicklung eine Rolle.

Atemwegserkrankungen top

Zwei Krankheitsgruppen prägten 2025 das Krankenstandsgeschehen besonders: Erkrankungen des Atmungssystems wie Grippe, grippaler Infekt, Bronchitis und Asthma waren für 43,3 Prozent aller Krankheitsfälle und 24,3 Prozent aller Krankenstandstage verantwortlich. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes machten zwar nur 11,3 Prozent der Fälle aus, waren aber für 19,1 Prozent der Tage verantwortlich. Zusammen stehen beide Gruppen für 54,6 Prozent aller Fälle und 43,3 Prozent aller Krankenstandstage.

Eine dritte Gruppe fällt vor allem durch ihre Dauer auf: Psychische Erkrankungen sind nur für 2,9 Prozent aller Krankenstandsfälle verantwortlich, machen aber aufgrund der vergleichsweise langen Ausfälle 11,8 Prozent aller Krankenstandstage aus.

Niederösterreicher mit meisten Krankenstandstagen

Besonders groß sind auch die Unterschiede zwischen den Bundesländern. Spitzenreiter ist Niederösterreich mit 17,0 Tagen je Versichertem, gefolgt von der Steiermark (15,6) und Oberösterreich (15,0). Wien lag mit 14,8 Tagen genau im Durchschnitt. Am unteren Ende rangieren Burgenland (14,4), Vorarlberg (13,8), Kärnten (13,7) und Tirol (12,9). Die größte Abweichung wurde in Salzburg mit nur 12,4 Tagen verzeichnet.

Laut dem Bericht könne die Wirtschaftsstruktur einen Teil dieser Unterschiede erklären. Erwartungsgemäß hätten demnach Bundesländer mit einem industriellen Schwerpunkt höhere, solche mit einem großen Dienstleistungssektor "tendenziell niedrigere Krankenstandsquoten".

Daneben hätten weitere Faktoren wie Gesundheitszustand der Bevölkerung, die Altersstruktur der Beschäftigten, der Anteil der Teilzeitbeschäftigten, die Arbeitsmarktlage sowie das Verhalten der niedergelassenen Ärzte Einfluss auf das regionale Krankheitsgeschehen.

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