Eine Reinigungskraft (42) aus Wien wollte Vollzeit arbeiten, um ihre Familie zu versorgen. Bekommen hat sie Teilzeit – und im Laufe der Zeit einen Berg an unbezahlten Überstunden. Die Wiener Arbeiterkammer hat nun Klage eingereicht, der Fall liegt bei Gericht.
Die zweifache Mutter war in einem Reinigungsunternehmen beschäftigt. Vollzeit war laut Arbeitgeber "nicht möglich" – obwohl die Frau von Anfang an mehr arbeiten wollte. Doch die Realität sah anders aus: Monat für Monat sammelten sich bis zu 17 Stunden Mehrarbeit an, die nie bezahlt wurden.
Erst nach wiederholtem Druck erhöhte der Betrieb ihre Arbeitszeit auf 38 Stunden. Laut Kollektivvertrag braucht es für Vollzeit aber 40 Stunden pro Woche. Am Problem änderte das wenig – Mehrstunden fielen weiterhin an, bezahlt wurden sie trotzdem nicht. Der nächste Schock folgte im Krankenstand: Sofort nachdem sie sich krankgemeldet hatte, folgte prompt die Kündigung. Erst dann suchte die Frau Hilfe bei der Arbeiterkammer Wien. Die AK-Juristen haben Klage eingereicht – jetzt ist der Fall bei Gericht.
Parallel läuft eine Petition der Arbeiterkammer. Unter dem Motto "Egal ob Voll- oder Teilzeit: Arbeit verdient Respekt!" werden konkrete Forderungen gestellt: Ab der ersten Stunde Mehrarbeit müsse ein Zuschlag bezahlt werden – und zwar in der Höhe von 50 Prozent. Gleiche Leistung müsse gleich viel wert sein. Teilzeitbeschäftigte dürften bei Mehrarbeit nicht schlechter gestellt werden. Wer regelmäßig Mehrarbeit leiste, müsse ein Recht auf Stundenaufstockung haben.