Nicht nur Baufirmen und Gastronomie-Betriebe müssen Insolvenz anmelden, nun ist auch ein Wiener Zahnmediziner betroffen. Wie der Österreichische Verband Creditreform informiert, ist am Donnerstag am Handelsgericht über das Vermögen von Dr. Tomasz Pawlowski (65) ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet worden.
Der Zahnarzt mit einer Privatordination auf der Tuchlauben (City) ist nach eigenen Angaben spezialisiert auf Angstpatienten und gilt als Experte für Zahnimplantate und Veneers. "Bei der Behandlung meiner Patienten greife ich auf eine über 35-jährige Berufserfahrung auf allen Gebieten der Zahnmedizin zurück, sowie eine langjährige implantologische Spezialisierung", heißt es auf der Homepage des Mediziners.
Laut Creditreform betreibt der Implantologe die Ordination seit dem Jahr 2010. Mit dem Ausbruch der COVID19-Pandemie begannen die finanziellen Schwierigkeiten. Demnach seien seit damals Umsätze und Gewinne rückläufig, dann stagnierten diese auf für die Branche bescheidenem Niveau. Die Kostensteigerungen der letzten Jahre seien definitiv spürbar. Aufgrund der Höhe der Verbindlichkeiten war die Insolvenzantragstellung daher alternativlos, heißt es.
Demnach stehen Passiva (Schulden) in der Höhe von 2.563.361,63 Euro Aktiva (Vermögen) in der Höhe von 380.366,79 Euro gegenüber. Die rechnerische Überschuldung beträgt somit 2.182.994,84 Euro. Von der Insolvenz sind 26 Gläubiger und vier Dienstnehmer (exklusive zwei Lehrlinge) betroffen. Die Ordination wird laut Creditreform vorerst weitergeführt, wesentliche Lieferanten bleiben an Bord.
Den Gläubigern soll zur Entschuldung ein Sanierungsplan mit einer Quote von 30 Prozent angeboten werden – zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Thomas Engelhart bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen bis 5. Mai 2026 anmelden. Die Prüfungstagsatzung ist für den 19. Mai angesetzt, über den Sanierungsplan soll dann am 2. Juni abgestimmt werden.