Schlafmangel, Care-Arbeit & Co

Ö-Umfrage alarmiert: Frauen fühlen sich erschöpft

Schlafen, funktionieren, weitermachen: Für viele Frauen bleibt Erholung im Alltag auf der Strecke. Müdigkeit wird dabei oft einfach akzeptiert.
Heute Life
31.05.2026, 12:36
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der Wecker klingelt, doch der Körper fühlt sich schon beim Aufstehen völlig erschöpft an. Viele Frauen kennen dieses Gefühl nur zu gut: Obwohl sie eigentlich genug geschlafen haben, startet der Tag bereits mit Müdigkeit. Eine neue österreichische Umfrage zeigt jetzt, wie belastend Schlafprobleme und Erschöpfung für viele Frauen tatsächlich geworden sind – und wie sehr Müdigkeit inzwischen als normal hingenommen wird.

Trotz Erschöpfung weiterfunktionieren

Die Ergebnisse des aktuellen Frauengesundheitsreports von Pure Encapsulations zeichnen ein alarmierendes Bild: 68 Prozent der Frauen geben an, trotz Müdigkeit oder Erschöpfung einfach weiterzufunktionieren. Noch bedrückender: Zwei Drittel der Befragten sagen sogar, sie hätten gelernt, Müdigkeit als normalen Teil ihres Alltags zu akzeptieren.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Dabei sehen fast alle Frauen Schlaf eigentlich als essenziell an: 93 Prozent halten ihn für gesundheitlich notwendig, 94 Prozent für entscheidend, um leistungsfähig zu bleiben.

Viele schlafen – und sind trotzdem erschöpft

Besonders auffällig: Die reine Schlafdauer scheint oft gar nicht das eigentliche Problem zu sein. Zwar schlafen laut Studie 61 Prozent der Frauen an Werktagen sieben bis acht Stunden, trotzdem fühlen sich viele nicht erholt. 57 Prozent wachen morgens müde auf, jede Zweite beschreibt ihren Schlaf als oberflächlich oder wenig regenerativ. Dazu kommt: Mehr als die Hälfte wacht nachts mehrmals auf.

Der Druck, immer stark zu sein

Warum Frauen trotz Erschöpfung einfach weitermachen? Laut Studie spielen gesellschaftliche Erwartungen dabei eine enorme Rolle. 91 Prozent der Frauen haben das Gefühl, selbst dann noch belastbar, gepflegt und leistungsfähig wirken zu müssen, wenn sie eigentlich völlig erschöpft sind. 89 Prozent sagen außerdem, dass sie trotz Müdigkeit emotional verfügbar und organisiert bleiben müssen. Die Folge: Viele ignorieren Warnsignale des Körpers über lange Zeit.

Care-Arbeit raubt Frauen den Schlaf

Besonders deutlich zeigt sich die Belastung bei Frauen mit Kindern oder familiärer Verantwortung: 44 Prozent geben an, dass ihr Schlaf regelmäßig durch Care-Arbeit unterbrochen wird. Die nächtliche Verantwortung liegt laut Studie meist bei den Frauen selbst. Bei Frauen mit Kindern unter 14 Jahren funktionieren sogar 83 Prozent trotz Müdigkeit einfach weiter.

Beschwerden werden nicht ernst genommen

Viele Frauen fühlen sich mit ihrer Erschöpfung zusätzlich nicht ernst genommen, auch medizinisch. Mehr als die Hälfte jener Frauen, die ihre Müdigkeit ärztlich abklären ließen, berichten laut Studie, dass ihre Beschwerden bagatellisiert wurden.

72 Prozent sagen sogar, ihnen sei vermittelt worden, Müdigkeit sei in ihrer aktuellen Lebensphase "normal". Viele berichten zudem, dass Beschwerden vorschnell psychisch oder hormonell erklärt wurden.

Besonders belastet: Frauen zwischen 30 und 44

Am stärksten betroffen ist laut Studie die Lebensmitte. Frauen zwischen 30 und 44 Jahren leiden besonders häufig unter schlechtem Schlaf und dauerhafter Erschöpfung. 71 Prozent dieser Altersgruppe wachen morgens nicht erholt auf, 70 Prozent fühlen sich tagsüber häufig erschöpft, unabhängig davon, wie lange sie geschlafen haben.

Schlaf beginnt nicht erst nachts

Schlafexpertin Elke Doppler-Wagner erklärt, dass schlechter Schlaf oft eng mit Stress und dauerhafter Anspannung zusammenhängt: "Erholsamer Schlaf beginnt nicht erst in der Nacht, sondern bei der Frage, wie belastet Frauen tagsüber sind", so die Expertin.

{title && {title} } red, {title && {title} } 31.05.2026, 12:36
Jetzt E-Paper lesen