Im italienischen Punta Marina bei Ravenna haben sich ungewöhnliche Mitbewohner breitgemacht. Was für Touristen nach Urlaubsidylle aussieht, wird für Anwohner zum echten Alltagsproblem: Pfauen laufen durch Straßen, Gärten und Vorgärten, sitzen auf Dächern und hinterlassen ihren Kot überall.
Besonders während der Paarungszeit wird es für viele unangenehm: Die Schreie der männlichen Tiere rauben den Menschen den Schlaf. Manche Pfauen reagieren sogar aggressiv auf parkende Autos - sie sehen ihr Spiegelbild und greifen an.
Wie chip.de unter Berufung auf den Guardian berichtet, nehmen einige Bewohner die Tiere gelassen und sehen sie als Teil des Ortes. Andere klagen über Lärm, Schmutz und Schäden an ihrem Eigentum.
Die heutige Population stammt wohl von Tieren ab, die einst aus menschlicher Haltung entkamen oder ausgesetzt wurden. Die Pinienwälder hinter dem Badeort bieten ideale Rückzugsorte. Dass Menschen die Pfauen regelmäßig füttern, hat das Wachstum der Gruppe aber zusätzlich gefördert.
Tierschützer warnen deshalb vor der Fütterung. Die Organisation Clama hat Schilder und Flugblätter verteilt. Denn wenn die Tiere in der Stadt leichter an Futter kommen als im Wald, kehren sie immer wieder zurück.
Die Stadt Ravenna setzt nun auf einen Zensus. Etwa sechs Beteiligte sollen das Gebiet aufteilen und erfassen, wie viele Tiere dort leben. Auch Drohnen könnten bei der Zählung helfen.
Eine einfache Lösung gibt es bislang nicht. Schon 2022 wurden Stimmen laut, die eine Umsiedlung der Pfauen forderten. Nach Protesten von Tierschutzorganisationen wurde daraus aber nichts. Bis klar ist, wie viele Pfauen wirklich in Punta Marina leben, bleibt die wichtigste Regel: Bitte nicht füttern.