Was wie aus einem Hitchcock-Klassiker klingt, soll im belgischen Dinant zur gruseligen Realität geworden sein. Völlig grundlos und aus dem Hinterhalt soll hier ein Mäusebussard bereits mehr als 20 Passanten attackiert haben. Mit seinen scharfen Krallen geht er offenbar besonders gerne auf die Hinterköpfe der Personen los, weshalb die Behörden bereits raten, nur noch mit dem Regenschirm spazieren zu gehen.
Während die Stadtverwaltung mit einer Sondergenehmigung beim regionalen Jagdverband in der überschaubaren Stadt nördlich von Brüssel ersuchte und den "Angry-Bird" sogar einfangen durfte, wurde er prompt von Tierschützern illegal wieder aus dem Schutzzentrum Creaves befreit.
Eigentlich hätte man "nur" das Verhalten des Bussards untersuchen wollen, doch drei Tage in Gefangenschaft waren natürlich zu kurz für eine profunde Erklärung seiner Aggressivität gegen Menschen. Auch wenn die "Diebe" noch nicht identifiziert werden konnten, gehen die Behörden von radikalen Tierschützern aus, die eine optionale Einschläferung des Vogels verhindern wollten.
Da dem "Grantl-Greif" der typische "Brutfleck" fehlte, können Biologen ausschließen, dass er lediglich sehr akribisch sein Nest verteidigen würde. Wahrscheinlicher sei es laut dem Leiter des Tierschutzzentrums, dass der Bussard an einer Fehlprägung gegenüber dem Menschen leide und vielleicht sogar per Hand aufgezogen wurde, weshalb er Personen als Futterquelle oder vermeintlichen Revierfeind ansieht. Die Scheu zumindest habe er verloren.
Erneute Einfangversuche durch die Behörden und die Tierschützer sind nun ein Rennen gegen die Zeit, denn je nachdem, wer den Mäusebussard fängt, wird sein Leben entweder human beenden, oder aber an einen anderen Ort verlegen.