Tierischer Ratgeber

Das ist der Unterschied zwischen Nestling und Ästling

Während Nestlinge sehr wohl unsere Hilfe brauchen, gilt "Finger weg" vom Jungvogel mit ersten Flugversuchen. Wir verraten dir den Unterschied.
03.05.2026, 09:10
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Junge Wildtiere wecken natürlich unser Mitleid und unser Entzücken, weshalb man es natürlich gut meint, wenn man wie der Ritter in schimmernder Rüstung zur vermeintlichen Rettung antrabt. Hier ist allerdings das Problem, denn nur in den wenigsten Fällen handelt es sich tatsächlich um einen Wildtier-Notfall. Auch bei unseren vielen Vögeln gilt die Regel: Checke lieber dreimal, ob ein Jungtier wirklich Hilfe braucht, und der Österreichische Tierschutzverein gibt Tipps.

Nestling oder Bettelflug?

Die meisten Jungvögel, die jetzt am Boden zu sehen sind, sind keine Notfälle, sondern Teenager beim ersten Flugtraining. Diese Phase wird von Fachleuten als Bettelflugperiode bezeichnet.

„Viele Jungvögel verlassen das Nest, bevor sie fliegen können. Sie lernen am Boden hüpfend ihre Umwelt kennen und unternehmen jetzt ihre ersten Flugversuche“
Alexios WiklundPressesprecher, Österreichischer Tierschutzverein

Ästling VS. Nestling

Die gefiederten Jungvögel, auch Ästlinge genannt, scheinen zwar verlassen zu sein, doch ihre Eltern sind in der Regel in der Nähe. Sie beobachten ihren Nachwuchs aus der Entfernung und füttern ihn auch weiterhin täglich. Wer einen Ästling mitnimmt, trennt ihn gewaltsam von seinen Eltern. Das bedeutet für das Tier enormen Stress und unterbricht seine natürliche Entwicklung.

Wenn solch ein Vögelchen am Boden landet, muss man eingreifen.
©ÖTV

Bei Nestlingen ist die Situation anders. Sie sind kaum befiedert, oft noch nackt und eindeutig hilflos. Befindet sich ein solcher Vogel außerhalb des Nestes, ist Unterstützung notwendig. In vielen Fällen genügt es, ihn vorsichtig zurück ins Nest zu setzen oder zumindest in eine geschützte, erhöhte Position in unmittelbarer Nähe zu bringen, damit die Eltern ihn weiter versorgen können.

Ausnahmen von der Regel

Nur wenn ein Jungvogel apathisch wirkt oder verletzt ist, etwa durch eine Katze, oder im Begriff ist auf eine befahrene Straße zu hüpfen, ist ein Eingreifen notwendig. In diesem Fall ist es wichtig, rasch Kontakt mit einer Wildtierstation oder einem Tierarzt aufzunehmen, um das weitere Vorgehen abzuklären. Alexios Wiklund warnt: "Wenn Laien versuchen, ein Vogeljunges im Wohnzimmer großzuziehen, endet das leider oft tödlich. Selbst für Experten ist die Aufzucht von Wildvögeln eine riesige Herausforderung", so der Tierschützer. Nicht also auf eigene Faust "helfen", sondern Experten HIER um Rat fragen, was zu tun ist.

Hier kommt deine Checkliste:

Nestlinge: Sie sind nackt oder haben nur wenige Federn. Wenn sie aus dem Nest gefallen sind, brauchen sie tatsächlich Hilfe. Man kann sie vorsichtig zurück ins Nest setzen.

Ästlinge: Sie haben schon Federn und hüpfen herum. Sie sind nicht hilfsbedürftig. Bitte sitzen lassen und beobachten!

Gefahrenzone: Sitzt der Vogel direkt auf der Straße? Dann setzen Sie ihn behutsam ins nächste Gebüsch.

Auch abseits der Brutzeit kann jeder zum Schutz von Vögeln beitragen. Ein naturnaher Garten mit dichten Hecken und heimischen Sträuchern bietet ihnen sichere Verstecke. Wer auf Pestizide verzichtet und Wasserstellen bereitstellt, schafft wertvollen Lebensraum für unsere heimischen Singvögel.

{title && {title} } tine,red, {title && {title} } 03.05.2026, 09:10
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