Im Wuppertaler Zoo in Deutschland sorgt ein ungewöhnliches Pinguin-Paar für Aufsehen: Zwei Männchen haben ein Ei aus einem fremden Nest an sich genommen und brüten es nun gemeinsam aus. Laut dem Tiergarten kümmern sich die beiden Tiere fürsorglich um den Nachwuchs – sehr zum Nachteil der ursprünglichen Eltern, deren Ei verloren ging.
Zoodirektor Arne Lawrenz sieht das gelassen. In der Kolonie werde das Verhalten akzeptiert, soziale Spannungen seien nicht zu beobachten. "Wo die Liebe hinfällt", kommentiert er die Situation gegenüber WDR.
Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Pinguine ein Ei übernehmen. Offenbar ist ihr Drang, Nachwuchs großzuziehen, besonders ausgeprägt. Zwar können sie selbst keine Eier legen, doch beim Brüten und bei der Aufzucht gelten sie laut Zoo als äußerst zuverlässig.
Das Verhalten sei kein Einzelfall im Tierreich, erklärt Lawrenz. In dicht besiedelten Kolonien komme es immer wieder vor, dass Eier ihren Besitzern "abhandenkommen". Wer nicht aufmerksam sei, verliere im Zweifel sein Küken – während andere Tiere die Chance nutzen.