Erst im Jänner kam das Amurleoparden-Jungtier im Zoo Schönbrunn (Hietzing) zur Welt. Nun ist Schluss mit der Winterpause – das Leoparden-Baby erkundet munter das Gehege, klettert neugierig umher. Die Mama beobachtet die Ausflüge des Jungtiers genau, damit ihm nichts passiert. Der flauschige Geselle genießt seinen ersten Frühling im Zoo. Der kleine Leo kam wie alle Amurleoparden blind zur Welt, wurde in einer Wurfhöhle geboren.
Der Amurleopard zählt zu den seltensten Säugetieren der Welt. Die stark kälteangepasste Unterart des Leoparden lebt heute nur noch in einem Bruchteil ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets – gerade einmal zwei bis drei Prozent sind übrig.
Die meisten Tiere kommen im Leopardovy-Nationalpark im Osten Russlands vor. Außerhalb davon gibt es nur noch kleine Vorkommen, etwa im Nordosten Chinas. Insgesamt wird der Bestand auf rund 120 Tiere geschätzt. Hauptgrund für die Bedrohung ist die massive Zerstörung des Lebensraums. Wilderei und unkontrollierter Holzeinschlag setzen der Art zusätzlich stark zu.
"Gemeinsam mit anderen Tiergärten engagieren wir uns seit 2016 im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogramms dafür, diese Art zu erhalten. Doch Nachwuchs ist sehr selten. Im vergangenen Jahr wurden in den 30 Institutionen des Europäischen Zooverbands, die diese Art halten, nur sieben Jungtiere in vier Einrichtungen geboren. Umso wertvoller ist unser Nachwuchs hier im Tiergarten", erklärt Kurator Rupert Kainradl in einer Aussendung des Zoos.