Die Öffi-Tickets wurden im Vorjahr teurer. Der Wirbel war groß, "Heute" berichtete. Dennoch bleiben die Wiener dem öffentlichen Verkehr treu – das zeigt die nun veröffentlichte Bilanz der Wiener Linien für das Jahr 2025
Dabei wurde eine neue Bestmarke erreicht: Insgesamt 903 Millionen Fahrgäste wurden gezählt – so viele wie noch nie. Auch bei den Stammkunden gibt es einen Höchststand: Rund 1,34 Millionen Menschen nutzen ein Dauerticket, die meisten davon mit Jahreskarte, gefolgt von Klimatickets und Top-/Jugendtickets. Damit übersteigt die Zahl der Öffi-Abos jene der Autos in der Stadt deutlich.
Auch die zuletzt angepassten Tarife haben dem Boom keinen Dämpfer verpasst. Zwar gab es im November mehr Kündigungen, gleichzeitig stieg aber auch die Zahl der Neuabschlüsse. Im Jänner 2026 lag die Zahl der Jahreskartenkunden um 1,4 Prozent über dem Niveau vom November. Besonders stark war die Nachfrage im Februar – unter anderem, weil viele Studierende nach dem Semesterticket auf die Jugend-Jahreskarte umgestiegen sind.
Im Alltag zeigt sich der Trend ebenfalls: Im Schnitt sind täglich 2,47 Millionen Menschen mit den Öffis unterwegs – ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Jahr davor. "Hinter jeder einzelnen Fahrt in Wien stehen viele Menschen, die die Stadt täglich mobil halten und ein Öffi-Netz von Weltklasse bieten", so Wiener-Linien-Chefin Alexandra Reinagl. Die steigende Nutzung zeige deutlich, dass Bus, Bim und U-Bahn "das Rückgrat der klimafreundlichen Mobilität in der Stadt sind". Um das Niveau zu halten, werde weiterhin in Ausbau und Infrastruktur investiert.
Nicht nur klassische Öffis sind gefragt: Auch WienMobil verzeichnete ein starkes Jahr. Die 3.100 Leihräder und 300 E-Bikes wurden mehr als 1,14 Millionen Mal genutzt – ein Plus von 16 Prozent. Die meisten Fahrten sind kurz, rund 69 Prozent dauern weniger als eine halbe Stunde.
Neben dem Komfort spielt auch der Umweltaspekt eine Rolle: Wären die zurückgelegten Strecken mit dem Auto gefahren worden, wären rund 586 Tonnen CO₂ ausgestoßen worden. Auch Carsharing wird beliebter: Die Nutzung der WienMobil-Autos stieg auf 68.700 Ausleihen – ein Zuwachs von 13 Prozent.
Damit das Angebot wächst, investieren die Wiener Linien weiter in Personal und Infrastruktur. Über 9.500 Mitarbeiter aus 70 Nationen sorgen für den reibungslosen Betrieb. Allein im vergangenen Jahr wurden 316 Straßenbahnfahrer, 79 U-Bahn-Fahrer und 145 Buslenker ausgebildet, dazu kommen 368 Lehrlinge in elf Lehrberufen.
Parallel dazu läuft die Modernisierung: 2025 wurden rund elf Kilometer Gleise und 45 Weichen erneuert, mit den Linien 12 und 27 gingen zwei neue Straßenbahnlinien in Betrieb. Auch bei der U-Bahn wird gebaut und saniert – etwa im Zuge des Großprojekts U2xU5, aber auch im Rahmen von Verbesserungen an den Linien U1 und U6.
Für 2026 sind Investitionen von rund 759,9 Millionen Euro geplant, ein großer Teil davon fließt in den U-Bahn-Ausbau. Die U4 soll vor der ÖBB-Stammstreckensperre fit gemacht werden, die Linien U3 und U6 modernisiert. Mit dem Spatenstich für die Verlängerung der Linie 18 bis zur U2-Station Stadion wurde 2025 ein Projekt gestartet, das 2026 abgeschlossen werden soll.
Geplant sind auch großflächige Gleiserneuerungen, unter anderem am Ring, der Lerchenfelder Straße und der Gleiskreuzung im Bereich Spitalgasse/Nussdorfer Straße. Ebenfalls auf der Agenda steht die Erneuerung der Gleise in der Donaufelder Straße, die Verbesserungen für die Fahrgäste der Linien 25, 26 und 27 bringen soll. Insgesamt werden heuer 12,5 Kilometer Straßenbahngleise und 33 Bim-Weichen erneuert. 2026 sind Investitionen in Höhe von rund 759,9 Millionen Euro geplant, wovon rund 426,7 Millionen Euro auf den U-Bahn-Neubau entfallen.
Neben dem Ausbau setzen die Wiener Linien gemeinsam mit der Stadt auf schnellere Verbindungen. Im Programm "Mehr Tempo für Bus und Bim" wurden 29 Straßenbahn- und 134 Buslinien analysiert und Maßnahmen umgesetzt – etwa Vorrangschaltungen bei Ampeln oder eigene Fahrspuren.
Auch bei Großereignissen sind die Öffis gefragt. Beim kommenden Eurovision Song Contest sollen dichtere Intervalle und zusätzliche Angebote für reibungslose Mobilität sorgen. Ein Highlight soll die Party-Bim werden, die auf der Strecke der Linie 49zwischen Volkstheater und Stadthalle als rollende Bühne unterwegs ist.
Schon im Vorjahr sorgte ein Event für Aufsehen: Bei der TRAM-Weltmeisterschaft holten die Wiener Linien den Sieg vor heimischem Publikum – ein Erfolg, der laut Unternehmen auch international für Aufmerksamkeit sorgte.