Neuer Riesen-Bewohner in Schönbrunn! Über 2,3 Meter lang und mit rund 70 spitzen Zähnen sorgt ein Beulenkrokodil-Männchen für Aufsehen im Tiergarten. Das rund 30 Jahre alte Tier hat eine besondere Vorgeschichte: Es wurde jahrelang privat in einem Schrebergarten in Deutschland gehalten, bevor es von Behörden beschlagnahmt und in eine Auffangstation gebracht wurde. Jetzt hat es im Terrarienhaus in Wien ein neues Zuhause gefunden.
"Wir sind unglaublich froh, dass wir für das Tier im Tiergarten Schönbrunn einen Platz gefunden haben, wo es artgerecht leben kann und große Expertise in der Pflege dieser Reptilien besteht", freut sich Dr. Markus Baur, Leiter der Auffangstation für Reptilien in München.
Im Tiergarten trifft das Männchen auf ein passendes Weibchen – sehr zur Freude der Experten. Nachdem das alte Männchen im September des Vorjahres verstorben war, kann der Zoo nun endlich wieder ein Pärchen halten. Beulenkrokodile sind nämlich selten in Zoos, daher gilt das Paar als genetisch besonders wertvoll, wie Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck erklärt.
Aufgrund ihres Leders wurden die Beulenkrokodile in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet – im Süden Mexikos, in Guatemala und Belize – vor 40 Jahren fast ausgerottet.
Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase lief das erste Treffen vielversprechend: Die beiden Tiere verstanden sich auf Anhieb, schwammen gemeinsam und zeigten sogar erste Paarungsversuche. Seitdem liegen die beiden Reptilien sowohl an Land als auch im Wasser eng beieinander.
Auch der Transport nach Wien war aufwendig: Kurator Anton Weissenbacher holte das Beulenkrokodil gemeinsam mit einer Tierpflegerin und einem Tierpfleger in München ab und gemeinsam brachten sie es in einer speziellen Transportkiste nach Schönbrunn. Nun kann sich das Krokodil vollkommen auf ein neues, artgerechtes Zuhause freuen.