Heftige Regenfälle haben im Norden Australiens schwerste Überschwemmungen ausgelöst. Jetzt schlägt die Polizei Alarm - wegen Krokodilen. Allein in der am stärksten betroffenen Region leben Schätzungen zufolge mehr als 100.000 der gefährlichen Reptilien.
Im Northern Territory warnen Einsatzkräfte eindringlich davor, ins Wasser zu gehen. "Die Krokodile sind wirklich überall", sagte der stellvertretende Einsatzleiter Shaun Gill. Seine Botschaft sei klar: "Bitte gehen Sie nicht ins Wasser."
Durch die Fluten treten Flüsse über die Ufer und drücken Wasser in neue Bereiche. Dadurch können die Reptilien plötzlich an Orten auftauchen, an denen sie normalerweise nicht vorkommen - etwa in Entwässerungsgräben, Nebenarmen oder sogar auf überfluteten Straßen.
Auch in sozialen Netzwerken berichten Bewohner aus der Stadt Katherine von Begegnungen mit den Tieren. Eine Frau schilderte, sie habe ein Krokodil gesehen, das die Straße entlangschwamm.
Die Region wurde am Wochenende von extremen Regenfällen getroffen. Katherine erlebt derzeit die schwersten Überschwemmungen seit mehr als 25 Jahren. Mehr als tausend Menschen mussten im Northern Territory in Sicherheit gebracht werden. In abgelegenen Ortschaften waren Hubschrauber und Flugzeuge im Einsatz.
Seit Anfang März sorgen heftige Regenfälle in Nordaustralien für steigende Pegelstände. Der Katherine River erreichte am Samstagabend 19,2 Meter - der höchste Stand seit der großen Flut im Jahr 1998. Damals kamen drei Menschen ums Leben. Auch der Daly River steigt weiter an und könnte bis Mitte März die Marke von 15,3 Metern überschreiten.