50 Tote in Südwesteuropa

Vom Regen zur Flut – Unwetter um ein Drittel verstärkt

Heftige Winter-Unwetter in Spanien und Portugal forderten bereits 50 Tote. Der Regen war bis zu dreimal so stark wie früher.
Bernd Watzka
26.02.2026, 12:12
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Was als "beherrschbarer" Winterregen beginnt, endet immer öfter im Ausnahmezustand - und das ist laut Forschern kein Zufall mehr. Laut einer neuen Analyse haben menschengemachte Emissionen die extremen Regenfälle in Südwesteuropa deutlich verschärft.

Hunderttausende Menschen geflüchtet

Im Jänner und Februar wurden Spanien, Portugal, Frankreich und Nord-Marokko von heftigen Unwettern heimgesucht. Flüsse traten über die Ufer, Orte standen unter Wasser, es gab massive Schäden. Rund 50 Menschen kamen ums Leben, Hunderttausende mussten ihre Häuser verlassen.

Intensität um 36 Prozent gestiegen

Ein internationales Forschungsteam der Initiative World Weather Attribution hat die Wetterdaten untersucht. Das Ergebnis ist alarmierend: Die stärksten Regentage sind in Südwesteuropa heute um rund ein Drittel nasser als sie es ohne Klimawandel wären.

Konkret nahm im Süden der untersuchten Region die Intensität der Niederschläge um 36 Prozent zu, im Norden um 29 Prozent. Grundlage der Analyse ist die derzeitige globale Erwärmung von etwa 1,3 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.

Regenrekorde in Dörfern

Im andalusischen Dorf Grazalema in Südspanien fiel innerhalb weniger Tage so viel Regen wie sonst in einem ganzen Jahr. Teile Portugals und Marokkos erlebten Niederschläge, die statistisch nur einmal pro Jahrhundert auftreten.

"Zusammenhang eindeutig"

"Genau so sieht der Klimawandel aus: Wetterlagen, die früher beherrschbar waren, entwickeln sich nun zu gefährlicheren Katastrophen", sagt die deutsche Klimaforscherin Friederike Otto vom Imperial College London. Der Zusammenhang sei inzwischen eindeutig nachweisbar.

Die Warnung ist klar: Winterliche Starkregen in Europa werden nicht harmloser, sondern heftiger. Und ohne rasches Gegensteuern dürfte sich dieser Trend weiter verschärfen.

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