Geschädigte Fläche wächst

Brände, Stürme, Käfer – So leiden Österreichs Wälder

Eine neue Studie zeigt: Selbst bei moderater Erwärmung steigen die Waldschäden in Europa deutlich. Auch Österreich ist betroffen.
Bernd Watzka
06.03.2026, 10:33
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Brände, Stürme und Borkenkäfer setzen Europas Wäldern immer stärker zu. Selbst wenn die globale Erwärmung bis 2100 knapp unter zwei Grad bleibt, drohen deutlich mehr Schäden. Das zeigt eine neue Studie eines internationalen Forschungsteams um den österreichischen Forstwissenschaftler Rupert Seidl.

Geschädigte Fläche: 216.000 Hektar

Die Forscher simulierten mithilfe von Satellitendaten die Entwicklung der Wälder an rund 13.000 Orten in Europa. Ergebnis: Die jährlich geschädigte Fläche könnte von derzeit etwa 180.000 auf rund 216.000 Hektar steigen. Die Untersuchung ist im Fachmagazin "Science" erschienen.

Hitzewellen setzen Wäldern zu

Schon jetzt zeigen sich die Folgen auch in Österreich. Steigende Temperaturen, mehrere trockene Jahre und häufigere Hitzewellen setzen den Wäldern zu. Besonders im Wald- und Mühlviertel sowie im Alpenvorland kam es zuletzt zu starken Schäden.

In West- und Südeuropa dürfte sich die Lage weiter zuspitzen. Dort begünstigen die neuen Klimabedingungen Waldbrände. In Mitteleuropa wiederum haben Stürme und Borkenkäfer bereits massive Schäden angerichtet.

Stille Veränderungen im Wald

Gleichzeitig beobachten die Forscher erste Veränderungen im Wald. In manchen Regionen Österreichs wachsen mittlerweile Jungwälder nach, die weniger anfällig für Windwurf und Käferbefall sind. Ein Umbau der Wälder hat also bereits begonnen.

Einflüsse von Bränden, Borkenkäfern und Wind auf den Wald in Europa.
Marc Grünig et al.

In Tälern größere Schäden

In den Alpen könnten die Schäden auch künftig etwas geringer bleiben als in tieferen Lagen. Doch auch höher gelegene Wälder bekommen zunehmend Probleme. Selbst in Gebirgsregionen werden Borkenkäfer und Waldbrände häufiger.

Sollte die Erwärmung allerdings auf rund vier Grad ansteigen, droht ein massiver Anstieg der Schäden. Laut Studie könnten dann jährlich bis zu 370.000 Hektar Wald betroffen sein - fast doppelt so viel wie heute.

Für Wälder steht viel auf dem Spiel

Für Forscher Seidl ist deshalb klar: Effektiver Klimaschutz schützt auch die Wälder. Gleichzeitig brauche es mehr Aufmerksamkeit für Frühwarnsysteme und eine bessere Mischung aus Baumarten, die mit wärmeren Bedingungen zurechtkommen.

Fakt ist: Für Europas Wälder steht viel auf dem Spiel - und die nächsten Jahrzehnte entscheiden, wie stark der Schaden wirklich wird.

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