Die Österreicher lieben ihre Katzen, auch wenn die Samtpfoten manchmal die Krallen ausfahren. In der Regel hat der Stubentiger aber eine wesentlich höhere Toleranz seinem Dosenöffner gegenüber als gegenüber Fremden, denn "streicheln" und "kuscheln" darf längst nicht jeder. Nicht selten kommt es vor, dass sich das Tier aber trotzdem plötzlich während des Streichelns umdreht, hinhaut oder gar beißt. Warum?
Unsere Katzen kommunizieren mit Artgenossen hauptsächlich mit ihrem Körper, weshalb sie das auch - manchmal ziemlich erfolglos - mit uns versuchen. Streichelt man also eine fremde Samtpfote und bemerkt ein plötzliches Zucken der Ohren, oder des Schwanzes, besser mal aufhören und die Hände in Sicherheit bringen, denn diese Signale zeugen von Unzufriedenheit, Nervosität oder Grant.
Viele Menschen, die keine eigene Katze besitzen, machen auch oft den Fehler, zu "sanft" zu streicheln und die Katze eher zu kitzeln als zu massieren, was auch zu einer "Watsch'n" führen kann.
Wer kennt's? Man wird an einer Stelle gekratzt oder massiert, empfindet es als lösend und wohltuend und plötzlich fühlt es sich unangenehm an? Genau DAS kann ebenfalls der Grund sein, weshalb dir deine Katze beim Streicheln plötzlich eine schmiert oder gar zubeißt - man nennt dies auch "Überstimulation" über "Überreizung".
Jetzt muss man sehr genau darauf achten, schneller zu sein als die Katze, denn hier passiert der Biss oder Kratzer ziemlich explosiv und mit wenig Vorzeichen. Ein kurzes Zucken oder angelegte Ohren reichen oft schon, und die Katze dreht sich blitzschnell um.
Bei jungen Katzen muss man sich bei dem Streichel-Biss-Kratz verhalten, meist keine großen Sorgen machen, etwas falsch gemacht zu haben, denn ein junges Kätzchen wechselt schnell einmal die Stimmung zwischen "schmusig" und "Aaaaataaaacke". Sie wissen auch oft noch gar nicht, dass ihre Bisse und Tritte ganz schön wehtun können, was die sanfte Erziehung einleiten sollte. Wenn sie also weder faucht, noch knurrt, dann will sie spielen und du solltest, deinen Händen und deiner Haut zuliebe zu einem Dummy greifen.
Auch die Katze kann im Übersprung zubeißen oder kratzen, wenn sie unter Stress steht und nicht weiß, wie sie ihre Energie kanalisieren soll. Wenn sie also etwas im Sichtfeld hat, was ihr Angst macht oder ihre Aggressionen schürt, wie einen fremden Artgenossen vor dem Fenster, ist es durchaus möglich, dass du ihren Zorn dann zu spüren bekommst.
Wenn Katzen beißen, muss das aber nicht immer zwangsläufig etwas "böses" sein, denn auch das "Grooming" gehört zum Repertoire der Samtpfote und bedeutet eigentlich tiefe Zuneigung. "Grooming" oder Liebesbisse zeugen von Bindung zum Halter und werden von der Katzenmama auch bei ihren Kitten im Zuge der Fellpflege beobachtet. Wenn sie dich also anknabbert, während du sie streichelst, heißt das: "Ich hab' dich lieb".