Tierische Gefahr

"Peng" - Immer mehr Vögel fliegen an Glasscheiben

Warum weiß man noch nicht genau, aber momentan fliegen vermehrt Vögel gegen Glasscheiben. Tierschützer geben Tipps zur Vorbeugung.
08.05.2026, 14:18
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Vögel haben zwar hervorragende Augen, können aber durchsichtiges Glas nicht als Hindernis erkennen. Deshalb sterben jährlich unzählige Tiere durch den Aufprall an Lärmschutzwänden, gläsernen Gebäudefronten und Wintergärten. Die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee bekommt derzeit vermehrt Anfragen zur Pflege benommener Vögel, die gegen eine Scheibe geknallt sind.

„Der häufigste Grund für den Zusammenstoß ist die Transparenz des Glases. Aber auch Spiegelungen täuschen den Vögeln attraktive Ziele wie z.B. Bäume vor und werden angeflogen. Oft sieht man den Vögeln so ein Anflugtrauma nicht an, wenn es keine offensichtlichen Verletzungen gibt, sondern merkt das nur am Verhalten, wenn sie desorientiert wirken und nicht wegfliegen“
Dr. Hans FreyLeiter der EGS

Pickerl reichen nicht!

Leider bringt das Anbringen von Greifvogelaufklebern, wie man sie häufig sieht, gar nichts. "Die Durchsicht einer Glasscheibe muss auf ihrer gesamten Fläche reduziert werden. Wenn es aus Gründen der nötigen Transparenz nicht möglich ist, eine Milchglasscheibe einzubauen, kann die Glasfläche an der Außenseite mit flächigen Markierungen versehen werden. Das können Punkte, Streifen oder Gittermuster sein. Wichtig ist, dass die freien Stellen im Muster nicht größer als zehn bis 15 cm sein dürfen. Als Faustregel gilt die Größe einer Handfläche", erklärt Dr. Frey

Verletztes Vogerl - was tun?

Was kann man nun tun, wenn man einen Vogel mit Anflugtrauma vorfindet? Wenn er offensichtlich orientierungslos ist, aufgeplustert, dasitzt oder schnell atmet, sollte man ihn vorsichtig in eine kleine Schachtel mit Luftlöchern setzen, rät Dr. Frey.

„Man sollte lieber kein Wasser geben, taumelige Vögel können leicht ertrinken. Am besten ist es, die Schachtel an einen ruhigen, dunklen Ort zu stellen und das Tier zu beobachten. Sobald der Vogel in der Box aktiv wird und heraus möchte, kann man ihn wieder freilassen“

Kann der Vogel nach mehreren Stunden noch immer nicht fliegen oder wirkt weiterhin stark benommen, braucht er professionelle Hilfe. Dann muss man ihn unbedingt in eine Wildtierstation wie die EGS bringen; die Experten wissen, was zu tun ist.

Ruhe und Frieden!

Manchmal ist der Aufprall leider so heftig, dass der Vogel eine schwere Schädelverletzung erleidet. Dr. Frey: "In solchen Fällen kann bedauerlicherweise auch ein Tierarzt nicht mehr helfen. Das Einzige, was man dann tun kann, ist, den Vogel in der Schachtel ruhig und geschützt einschlafen zu lassen, ohne zusätzlichen Stress durch einen Transport."

{title && {title} } tine,red, {title && {title} } 08.05.2026, 14:18
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