Wir meinen es bestimmt gut, aber wir schützen Arten, wo der letzte Bestand aus dem Jahr 1994 dokumentiert wurde und andere würden einen Schutz der "Roten Liste" vielleicht schon viel dringender benötigen. Der Österreichische Tierschutzverein hat sich die Mühe gemacht, um genau aufzulisten, wo der Artenschutz-Amtsschimmel wiehert, und musste schockiert feststellen, dass lediglich 3 Arten von insgesamt 27 "Roten Listen gefährdeter Tierarten" aktuell sind.
Klar, wenn das Monitoring nicht stimmt, kann man auch nicht rechtzeitig eingreifen und Österreich könnte unbemerkt wichtige Bestäuber und Käfer verlieren. Insgesamt sind 15 Rote Listen über 18 Jahre alt Die Liste der Käfer wartet mit 32 Jahren am längsten auf ein Update.
„Es droht eine fatale Kettenreaktion: Gefährdungen werden falsch eingeschätzt, Schutzmaßnahmen kommen zu spät und Arten verschwinden.“Jakob InnauerKampagnenmanager, ÖTV
Weiter schüttelt er der Tierschützer den Kopf und sagt: "Wirksamer Artenschutz schaut anders aus, denn mit schwer veralteten Daten ist keine realistische Gefahrenanalyse mehr möglich". Passiert nichts, werden z. B. Seidenbiene, Laubfrosch oder Braunkehlchen bald für immer verstummen.
Daher hat der Österreichische Tierschutzverein heute dem Umweltministerium (BMLUK) für seine Versäumnisse den "Rote Listen Award" überreicht: einen "Goldenen Käfer" sowie eine Urkunde in Form eines "Offenen Briefs".
"Wir fordern eine rasche und regelmäßige Aktualisierung aller überfälligen bundesweiten Roten Listen. Sobald 10.000 Menschen unser Anliegen unterschrieben haben, übergeben wir die Petition an das Umweltministerium", sagt Jakob Innauer. Eine rasche Aktualisierung geht uns schließlich alle an und beeinflusst uns auch alle nachhaltig.
Bitte unterstütze auch du ein aktuelles Artenschutz-Monitoring und unterschreibe HIER noch heute.
Das sechste, große Massenaussterben hat bereits eingesetzt, denn rund eine Million von insgesamt acht Millionen Arten sind akut vom Aussterben bedroht. Bedrohte Tiere wie von Insekten, Vögeln, Reptilien, Amphibien, Säugetieren und auch Fischen verschwinden unwiederbringlich. Schlimm nur, dass WIR - nur WIR - dafür verantwortlich sind, weshalb es jetzt auch unsere Pflicht wäre, den Rückgang aufzuhalten.
"Das derzeitige System lässt gefährdete Arten im Stich: Daten sind veraltet, Zuständigkeiten sind zerstückelt und Schutzmaßnahmen kommen zu spät" kritisiert Innauer. Deshalb braucht Österreich eine unabhängige, bundesweit tätige Behörde für den Artenschutz. Diese sollte Biodiversitätsdaten zentral sammeln, einheitliche Standards festlegen und konkrete Maßnahmen zum Schutz bedrohter Arten vorantreiben.