Killer-Virus in Österreich

Ebola-Verdacht – so schätzt ein Virologe die Gefahr ein

Ebola-Alarm in Österreich? Virologe Florian Krammer stellt klar: Für die Bevölkerung bestehe selbst im Ernstfall kein Risiko.
Heute Life
28.05.2026, 18:03
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Ein möglicher Ebola-Fall sorgt derzeit in Österreich für Aufsehen. Eine Patientin steht unter Verdacht, sich mit dem gefährlichen Virus infiziert zu haben. Doch wie ernst ist die Lage wirklich? Virologe Florian Krammer, der an der Icahn School of Medicine in New York sowie an der MedUni Wien tätig ist, ordnet im "Heute"-Gespräch die Situation ein – und gibt vorerst Entwarnung.

Für Österreich besteht kein Risiko

Krammer bewertet die Situation gelassen. "Grundsätzlich unproblematisch", erklärt der Virologe zur aktuellen Lage. Selbst wenn sich der momentane Verdachtsfall bestätigen sollte, bestehe "für Österreich kein Risiko".

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Ebola gilt zwar als eine der gefährlichsten Virus-Erkrankungen weltweit, allerdings treten Infektionen meist lokal begrenzt auf und sind stark an direkte Kontakte gebunden. Eine breite Gefahr für die Bevölkerung sieht Krammer im aktuellen Fall nicht.

Der entscheidende Faktor

Entscheidend sei laut dem Experten vor allem die Reisehistorie. "Wenn man sich nicht in den betroffenen Regionen in der Republik Kongo oder Uganda aufgehalten hat, kann man das Thema meiner Meinung nach ignorieren", sagt Krammer.

Die derzeit bekannten Ebola-Ausbrüche betreffen Regionen in Afrika, wo Gesundheitsbehörden regelmäßig Maßnahmen setzen, um eine weitere Verbreitung einzudämmen.

Seltene Ebola-Variante mit hoher Sterblichkeit

Beim aktuellen Erreger handelt es sich um Ebola Bundibugyo – eine seltene Spezies des Virus. Historisch habe es bisher lediglich zwei größere Ausbrüche gegeben, so Krammer. Gerade deshalb seien bislang keine spezifischen Impfstoffe oder Therapien entwickelt worden, wie sie etwa gegen die häufige Variante Ebola Zaire existieren.

Die Sterblichkeitsrate bei Bundibugyo liege laut Krammer bei etwa 30 bis 50 Prozent. Eine gezielte Heilung gebe es derzeit nicht. Stattdessen konzentriere sich die medizinische Behandlung auf die Linderung der Symptome. Zwar könnten Medikamente, die ursprünglich für Ebola Zaire entwickelt wurden, versucht werden, doch ihre Wirksamkeit bei Ebola Bundibugyo gelte als fraglich.

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