Die Sonne scheint, das Wasser glitzert und der Nachmittag am See fühlt sich herrlich entspannt an. Stundenlang liegt man scheinbar völlig ruhig auf der Liege, gönnt sich ein Eis und genießt die Wärme auf der Haut. Doch spätestens am Abend kommt oft der Absturz: plötzlich schwere Augen, ein müder Körper und das Gefühl, komplett ausgelaugt zu sein. Viele unterschätzen, wie anstrengend ein Tag in der Sonne tatsächlich für den Körper ist.
Auch wenn wir uns beim Sonnenbaden kaum bewegen, läuft unser Körper auf Hochtouren. Denn Hitze bedeutet für den Organismus Stress. Hautärztin Heather Rogers erklärt gegenüber der "HuffPost", dass die Sonne den Körper massiv fordert: "Die Sonne verursacht mehrere Veränderungen, die dazu führen, dass unser Körper härter arbeiten muss, was zu Erschöpfung führt."
Sobald die Temperaturen steigen, beginnt der Körper automatisch gegenzusteuern. Die Atmung wird schneller, das Herz schlägt stärker und wir schwitzen mehr, um uns abzukühlen.
"Selbst wenn du auf einem Liegestuhl am Pool liegst, arbeitet dein Körper ständig daran, seine Temperatur zu senken", erklärt Arzt Patrick Mularoni vom Johns-Hopkins-Spital. Das Problem: All diese Prozesse verbrauchen Kraft. Deshalb fühlen sich viele nach einem heißen Sommertag plötzlich völlig erschöpft – obwohl sie scheinbar "nichts getan" haben.
Nicht nur der Kreislauf leidet unter intensiver Sonne. Auch die Haut arbeitet im Hintergrund pausenlos. UV-Strahlung verursacht winzige Zellschäden, die der Körper sofort wieder reparieren muss. Gerade nach längerem Sonnenbaden läuft dieses Reparaturprogramm auf Hochtouren.
"Zu viel der ultravioletten Strahlen der Sonne ist sehr stressig für unsere Haut", betont Shengyi Mao, Doktor der Ohio State University. Diese ständigen Reparaturprozesse kosten zusätzliche Energie – und machen müde.
Dazu kommt ein weiterer Faktor: Flüssigkeitsverlust. Durch das Schwitzen verliert der Körper bei Hitze besonders schnell Wasser. Kann sich der Körper nicht mehr ausreichend abkühlen, drohen sogar ernste Folgen. Mao warnt: In schlimmen Fällen kann es zu Hitzeerschöpfung oder gar einem Hitzeschlag kommen.
"In der Sonne verlieren wir aufgrund der Hitze und Verdunstung schneller Wasser", verrät der Arzt. Genau deshalb sei der Körper anfälliger für Erschöpfung.
Müdigkeit nach einem sonnigen Tag ist grundsätzlich normal. Problematisch wird es allerdings, wenn Symptome wie Schwindel, Übelkeit, starke Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme dazukommen. Dann könnte bereits eine Hitzeerschöpfung dahinterstecken. Experten raten deshalb, gerade an heißen Tagen regelmäßig Pausen im Schatten einzulegen, ausreichend zu trinken und die Mittagssonne möglichst zu meiden.