Egal ob beim Training, in der Sommerhitze oder bei Stress: Der Schweißausbruch lässt in der Regel nicht lange auf sich warten. Manche Menschen haben das Glück, nicht so stark ins Schwitzen zu geraten, während andere sich schon fast für ihre Schweißflecken und nassen Hände schämen. Doch einige Faktoren können dafür sorgen, dass man mehr als sonst schwitzt.
Am aktivsten sind die Schweißdrüsen in den jungen Jahren, denn zu dieser Zeit arbeitet der Stoffwechsel auf Hochtouren. Außerdem ist die Muskelmasse noch relativ groß und der Hormonspiegel, vor allem das Östrogen und Testosteron, stabiler. Gerät man in seine Vierziger- und Fünfzigerjahre, bemerken oft Frauen, dass ihr Schweißverhalten sich ändert. Asmi Berry, eine Dermatologin aus Kalifornien, erklärt in einem Interview mit dem "Time"-Magazin, dass Hormone oft eine Rolle spielen, wenn es auf die Schweißregulierung kommt.
Laut Berry können Östrogen- und Progesteronschwankungen, die vor allem bereits in der Perimenopause auftreten, die Temperaturregulierung des Körpers enorm stören. Dadurch könnte es zu Hitzewallungen oder nächtlichen Schweißausbrüchen kommen. In diesem Lebensabschnitt steigen auch die Schilddrüsenwerte oft an, welche die Grundtemperatur des Körpers erhöhen, sodass es zu einem vermehrtem Schwitzen kommt. Auch Männer könnten durch den Abfall von Testosteron mehr in Schwitzen geraten.
Im hohen Alter werden die Schweißdrüsen weniger aktiv. Während dies bedeuten mag, dass man dadurch grundsätzlicher weniger schwitzt, ist das nicht unbedingt gesünder: Der Körper schafft es nicht mehr richtig, sich effizient gut abkühlen zu können. Laut Marjorie Jenkins, Professorin der University of North Dakota, kann die schwache Funktionalität der Schweißdrüsen dazu führen, dass ältere Erwachsene anfälliger für hitzebedingte Krankheiten, wie Hitzeerschöpfung und Hitzeschlag, werden.
Obwohl die meisten erst in Schwitzen geraten, wenn die pralle Sonne auf den Boden knallt, können andere Faktoren dafür ebenso sorgen. Laut Berry könnten aber auch emotionale Belastungen oder Angst dazu führen, dass man vermehrt schwitzt. Während scharfe Speisen und alkoholische Getränke ebenso das Schweißverhalten ändern können, können körperliche Schmerzen jenes stark beeinflussen.
Bei bestimmten Arzneimitteln ist übermäßiges Schwitzen (=Diaphorese) eine häufige Nebenwirkung, weil sie entweder das Nervensystem, den Hormonspiegel oder die Temperaturregulierung des Körpers beeinflussen. Wer Antidepressiva einnimmt, könnte eher zu Schweißausbrüchen neigen. Aber auch Opioide, wie Oxycodon oder Morphin, können die Wärmeregulierung des Körpers beeinträchtigen und so das Schwitzen auslösen.
Die Professorin erzählt auch im "TIME"-Interview, dass Diabetes- und Schilddrüßen-Medikamente, bekannte "Schweißauslöser" sind. Auch fiebersenkende Mittel, wie Paracetamol oder Ibuprofen, können dafür sorgen, dass man vermehrt schwitzt, da der Körper versucht, die hoher Temperatur zu senken.
Wer das Gefühl hat, dass seine Medikamente eventuell für Schweißausbrüche sorgen, sollte mit dem Arzt abgeklärt sein, ob jene abgesetzt werden dürfen.