Du wachst auf und plötzlich fühlt sich alles nach beginnender Grippe an: Der Kopf dröhnt, der Körper ist schwer, vielleicht kommt sogar Schüttelfrost dazu. Dazu dieses diffuse Gefühl, einfach krank zu sein. Und dann – ein, zwei Tage später – beginnt die Periode. Genau dieses Phänomen kennen viele Menstruierende: Die "Period Flu" fühlt sich täuschend echt an, obwohl dahinter keine klassische Infektion steckt.
Viele verbinden das prämenstruelle Syndrom (= PMS) vor allem mit Stimmungsschwankungen oder Bauchschmerzen. Tatsächlich können die Beschwerden aber deutlich weitergehen: Kurz vor der Menstruation berichten viele von Symptomen, die fast wie eine Grippe wirken: Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Schüttelfrost oder Übelkeit. Manche fühlen sich regelrecht fiebrig und möchten sich am liebsten nur noch ins Bett zurückziehen.
Medizinisch gilt die sogenannte "Period Flu" zwar nicht als offizielle Diagnose. Trotzdem sind die Beschwerden real – und können den Alltag massiv beeinflussen.
Die Ursache liegt vermutlich in den starken Hormonschwankungen kurz vor der Periode: In der zweiten Zyklushälfte fallen die Spiegel von Östrogen und Progesteron deutlich ab. Genau diese Hormone beeinflussen aber weit mehr als nur den Zyklus. Sie wirken sich auch auf das Immunsystem, die Stimmung und verschiedene Entzündungsprozesse im Körper aus.
Experten gehen deshalb davon aus, dass manche Frauen kurz vor der Menstruation empfindlicher auf körperliche Belastungen reagieren – oder sich schlicht krank fühlen.
Zusätzlich verändern sich im Zyklus weitere wichtige Botenstoffe. Der Serotoninspiegel, jener Stoff, der unsere Stimmung beeinflusst, kann sinken. Das sorgt schneller für Gereiztheit, Müdigkeit oder emotionale Erschöpfung. Gleichzeitig beeinflusst der Zyklus auch den Histaminspiegel. Dadurch können Symptome entstehen, die fast an Allergien erinnern: verstopfte Nase, Niesen, Hautreaktionen oder Husten.
Eine weitere Rolle spielen sogenannte Prostaglandine: Diese sorgen dafür, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Allerdings lösen sie nicht nur Regelschmerzen aus: Sie können auch Übelkeit, Kopfweh, Krämpfe oder ein allgemeines Krankheitsgefühl verstärken. Besonders kurz vor und während der Periode reagieren manche Körper deshalb deutlich empfindlicher.
Komplett verhindern lassen sich die Beschwerden meist nicht. Trotzdem kann ein stabiler Lebensstil helfen, den Körper besser durch die zweite Zyklushälfte zu bringen.
Auch das Tracken des Zyklus kann helfen: Wer erkennt, dass die Beschwerden immer zur gleichen Zeit auftreten, kann sie oft besser einordnen – und gerät weniger in Panik.
Trotzdem gilt: Nicht jedes Krankheitsgefühl vor der Menstruation ist automatisch PMS. Wer hohes Fieber, starke Schmerzen oder ungewöhnlich heftige Beschwerden hat, sollte das ärztlich abklären lassen. Vor allem dann, wenn die Symptome nicht regelmäßig zyklusabhängig auftreten.