Im Kreml herrscht offenbar höchste Alarmbereitschaft. Die Sicherheitsmaßnahmen rund um Wladimir Putin wurden massiv verschärft. Laut einem Bericht europäischer Geheimdienste lebt der russische Präsident mittlerweile nahezu isoliert – aus Angst vor einem Attentat oder einem Putsch.
Die Vorkehrungen wirken wie aus einem Agentenfilm: Selbst engste Vertraute stehen unter Beobachtung. Wohnungen werden überwacht, Bewegungen genau registriert. Personen aus Putins Umfeld – darunter Köche, Leibwächter oder Fotografen – dürfen keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen. Wer Zugang zum Präsidenten hat, muss spezielle Handys ohne Internet verwenden. Ziel: maximale Kontrolle und absolute Abschottung.
Auslöser für diese drastischen Schritte sollen mehrere sicherheitsrelevante Vorfälle gewesen sein, darunter Anschläge und die Tötung eines hochrangigen Generals vor wenigen Wochen. Hinter den Kulissen dürfte es in der russischen Machtelite zunehmend brodeln. Wachsende wirtschaftliche Probleme, Spannungen innerhalb des Systems und militärische Rückschläge setzen das Regime unter Druck.
Auch Putins Verhalten hat sich offenbar stark verändert. Der Präsident soll sich immer weiter zurückziehen, Reisen auf ein Minimum reduzieren. Selbst bekannte Aufenthaltsorte wie seine Luxus-Residenz in Waldai meidet er laut "Bild"-Bericht zunehmend. Stattdessen hält er sich nur an streng gesicherten Orten auf – geschützt durch moderne Luftabwehrsysteme vom Typ "Pantsir". Genau solche waren dort zuletzt wie Schwammerl aus dem Boden geschossen.
Und wenn Putin doch einmal persönlich auftaucht, begleiten ihn schwer bewaffnete Leibwächter, unterwegs ist er ausschließlich in großen Fahrzeugkolonnen. Seine öffentlichen Auftritte wirken allerdings zunehmend inszeniert. Termine sollen oft vorproduziert werden, reale Begegnungen mit Militärs oder echten Bürgern werden seltener. Putin soll inzwischen auch längere Zeiträume in Bunkeranlagen abgeschirmt verbringen.
Besonders groß ist laut Geheimdienst-Einschätzung die Angst vor Angriffen mit Drohnen. Der Ukraine gelang erst am Montag ein schwerer Treffer im Herzen Moskaus. Ein dramatischer Schlag nur wenige Tage vor der alljährlichen Militärparade zur Feier des Siegs über Nazi-Deutschland am Roten Platz. Diese findet aus Furcht vor ukrainischen Luftschlägen erstmals in vielen Jahren ohne Panzer und Raketen statt.
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sieht darin ein indirektes Eingeständnis des militärischen Versagens: "Das sagt viel darüber aus, wie der Krieg für Russland verläuft." Dass Putin seine Ziele nicht erreichen würde, werde immer offensichtlicher, so die Estin.
Seit Anfang März 2026 wachse zudem die Sorge vor internen Informationslecks und Putschversuchen: "Er ist besonders wachsam vor dem Einsatz von Drohnen für ein mögliches Attentat durch Mitglieder der russischen politischen Elite", heißt es.
Brisant ist auch die Rolle Sergei Schoigu. Der langjährige Vertraute wurde zwar 2024 als Verteidigungsminister abgesetzt, gilt aber weiterhin als einflussreich. Beobachter sehen in ihm einen möglichen Herausforderer Putins: Schoigu sei "mit dem Risiko eines Putsches verbunden, da er erheblichen Einfluss innerhalb des militärischen Oberkommandos hat".
Während sich der Kreml-Kriegstreiber offenbar aus Angst in seinen Bunkern verschanzt, zerbröselt vor deren Türen sein Machtsystem immer mehr.