Neue "Heute"-Recherchen zeigen: Das Unheil nahm bereits vor gut drei Wochen seinen Ausgang. Schon am 11. April starb ein Passagier an Bord der MV Hondius. Das Schiff brach von Argentinien aus zu einer 35-tägigen Atlantik-Expedition auf, besuchte dabei einige der abgelegensten Regionen der Erde.
Und so kam es, dass die Passagiere ganze 13 Tage neben der Leiche ausharren mussten, ehe sie am 24. April in St. Helena an Land gebracht wurde. Auch diese Insel ist noch derart abgelegen, dass sie unter anderem als Verbannungs- und Todesort von Napoleon Bonaparte Bekanntheit erlangte. Die Frau des Toten (beide niederländische Staatsbürger) verließ dort ebenfalls das Schiff.
Drei Tage später wurde das Unternehmen Oceanwide Expeditions darüber informiert, dass sich auch der Gesundheitszustand der Gattin so sehr verschlechtert hatte, dass sie gestorben ist. Gleichzeitig erkrankte ein weiterer Passagier ernsthaft und wurde zur Behandlung nach Südafrika evakuiert.
Der Brite befindet sich immer noch auf der Intensivstation in Johannesburg. Dort wurde schließlich auch festgestellt, dass eine Variante des Hantavirus die Erkrankung ausgelöst hat. Die WHO hat mittlerweile auch bei der verstorbenen Niederländerin das Virus nachgewiesen. Am 2. Mai starb schließlich ein dritter Passagier an Bord der MV Hondius. Es handelt sich um einen deutschen Staatsbürger.
Seitdem liegt das Schiff vor der Küste von Kap Verde, einem Inselstaat im Atlantik auf Höhe des Senegals. Mittlerweile haben auch zwei Crew-Mitglieder akute Atemwegsbeschwerden und benötigen dringend medizinische Hilfe.
Trotzdem: "Die Stimmung an Bord der MV Hondius ist weiterhin ruhig und die Passagiere verhalten sich größtenteils gelassen", teilt Oceanwide Expeditions mit. Die Mitarbeiter arbeiten unermüdlich daran, alle Personen an Bord zu unterstützen und strenge Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen des Reaktionsplans einzuhalten.
Dieser befindet sich derzeit auf Stufe 3, der höchsten Reaktionsstufe, und umfasst Isolationsmaßnahmen, Hygieneprotokolle und medizinische Überwachung.
Und wie geht es weiter? Die niederländischen Behörden bereiten derzeit aktiv eine medizinische Evakuierung der beiden Personen mit Symptomen sowie der Person vor, die mit dem am 2. Mai verstorbenen Gast in Verbindung steht. Dazu werden zwei Spezialflugzeuge eingesetzt, die mit der erforderlichen medizinischen Ausrüstung ausgestattet sind und von geschultem Personal besetzt werden. Einen genauen Zeitplan hierfür gibt es noch nicht.
Insgesamt befinden sich aktuell noch 149 Personen an Bord der MV Hondius, davon 88 Passagiere und 61 Crew-Mitglieder. Den Großteil der Besatzung bilden Philippiner (38), unter den Passagieren sind Briten (19) und US-Amerikaner (17) die größten Gruppen. Sieben Passagiere, inklusive des einen Verstorbenen, stammen aus Deutschland. Österreicher sind "Heute"-Infos zufolge keine an Bord.
An den Kapverden werden nur jene drei Personen an Land gehen, die medizinisch evakuiert werden sollen. Der endgültige Ort der Ausschiffung der übrigen Gäste steht noch immer nicht fest. Aktuell wird erwogen, nach Las Palmas oder Teneriffa weiterzufahren, wo weitere medizinische Untersuchungen und Maßnahmen stattfinden könnten, die von der WHO und den niederländischen Gesundheitsbehörden organisiert und überwacht werden.
Einen emotionalen Einblick darin, wie es den Betroffenen an Bord wirklich geht, hat am Montag der Travel-Vlogger Jake Rosmarin auf TikTok gegeben – "Heute" berichtete. In der Nacht auf Dienstag äußerte er sich abermals: "Allen an Bord geht es gut", berichtet er. "Es besteht immer noch eine gewisse Unsicherheit, aber es ist beruhigend zu wissen, dass es einen Plan gibt, und ich hoffe, dass ich bald weitere Updates geben kann."