Der Gardasee, bekannt für sein klares Wasser und die malerische Umgebung, hat Anfang April ein Naturschauspiel der besonderen Art erlebt.
Nach 20 Jahren wurde der See erstmals wieder vollständig durchmischt, was für die Region von großer Bedeutung ist.
Bei diesem Prozess gelangt sauerstoffreiches Oberflächenwasser bis in 270 Meter Tiefe, während nährstoffreiches Tiefenwasser aufsteigen kann.
Diese Durchmischung stärkt das gesamte Ökosystem des Sees und trägt dazu bei, Fischen und Mikroorganismen in allen Wassertiefen bessere Lebensbedingungen zu bieten.
Wie die Münchener "TZ" unter Berufung auf Rai Südtirol berichtet, war kräftiger Nordwind im Trentino maßgeblich an diesem seltenen Ereignis beteiligt. Eine vollständige Durchmischung ist bei tiefen Seen wie dem Gardasee selten und zuletzt im Jahr 2006 aufgetreten.
Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei weist darauf hin, dass der Klimawandel die Durchmischung zunehmend erschwert.
Die Voraussetzung dafür ist, dass sich die verschiedenen Wasserschichten in ihrer Temperatur angleichen - ein Zustand, der durch steigende Oberflächentemperaturen immer seltener erreicht wird.
Auch in Vorarlberg wird dieses Phänomen aufmerksam beobachtet. Der Bodensee hat sich im vergangenen Winter bereits das achte Jahr in Folge nicht durchmischt, wie der "Südkurier" berichtet. Das hat langfristige Auswirkungen auf die Sauerstoffversorgung in der Tiefe.