Am österreichischen Ufer des Bodensees gelten seit Kurzem deutlich strengere Regeln für den Bootsverkehr. Im Bereich rund um die Mündung der Bregenzer Ach bei Bregenz wurde die bestehende Fahrverbotszone ausgeweitet. Ziel ist ein besserer Schutz des ökologisch sensiblen Ufer- und Flachwasserbereichs.
Konkret betrifft die neue Verordnung Motor- und Segelboote, die in der erweiterten Schutzzone künftig nicht mehr verkehren dürfen. Das Gebiet zwischen dem Kloster Mehrerau und der Ach-Mündung ist Teil eines europäischen Schutzgebietsnetzwerks und gilt als besonders artenreich.
Die Behörden begründen die Verschärfung mit dem Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. In dem Gebiet wachsen seltene Pflanzen wie das Bodensee-Vergissmeinnicht, zudem dient die Zone zahlreichen Vogelarten als Rückzugsraum. Störungen durch Wasserfahrzeuge sollen daher konsequent reduziert werden.
Ganz gesperrt ist das Areal jedoch nicht: Ruderboote dürfen weiterhin unterwegs sein, ebenso sind Einsatzfahrzeuge sowie bestimmte Fahrten im Bereich des Yacht-Clubs erlaubt. Für alle anderen gilt hingegen ein klares Verbot.
Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Laut Behörden können Verstöße mit Geldbußen von bis zu 2.180 Euro geahndet werden.
Die Maßnahme ist Teil einer langfristigen Strategie, den stark genutzten Bodenseeraum ökologisch besser zu schützen. Angesichts tausender Boote und intensiver Freizeitnutzung wächst der Druck auf die Natur – strengere Regeln sollen nun das Gleichgewicht zwischen Tourismus und Naturschutz sichern.