Je mehr Eltern in ihren Nachwuchs investieren, desto früher altern sie – zumindest im Tierreich. Das belegt eine neue Studie an japanischen Wachteln.
Für die Untersuchung wurden die Vögel gezielt in zwei Gruppen gezüchtet: jene, die große Eier legen, und jene mit kleineren Eiern. Küken aus größeren Eiern haben bessere Überlebenschancen – der Aufwand für die Eltern ist aber höher.
Das Ergebnis ist bemerkenswert, wie spiegel.de berichtet: Weibchen, die große Eier legten, lebten im Schnitt nur 595 Tage. Bei Weibchen mit kleinen Eiern waren es dagegen 770 Tage. Ein Unterschied von fast sechs Monaten.
Die Forscher fanden heraus, dass die kürzere Lebensspanne auf beschleunigte Alterung zurückzuführen ist, nicht auf plötzlichen Tod. Mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle: schwächere Immunreaktionen, beeinträchtigte DNA-Reparaturmechanismen und ein schnellerer Abbau der sogenannten Telomere – das sind Schutzkappen am Ende des Erbguts.
Ob sich die Ergebnisse direkt auf Menschen übertragen lassen, ist noch unklar. Repräsentative Umfragen zeigen aber, dass Eltern heutzutage deutlich ausgelaugter sind als früher. Experten führen das darauf zurück, dass die Ansprüche an das Elternsein gestiegen sind.
Genetische Studien deuten jedenfalls darauf hin, dass der Trade-off zwischen Fortpflanzung und Lebensdauer auch beim Menschen existieren könnte. Die Wachtel-Studie liefert nun einen weiteren Baustein für dieses Puzzle.