Der beliebte Urlaubsort Sirmione am Gardasee reagiert auf den zunehmenden Massentourismus. Mit einem neuen Maßnahmenpaket will die Gemeinde den Besucherstrom besser steuern und die Lebensqualität für Einwohner und Gäste verbessern. Kern der neuen Regelungen ist eine zeitweise Sperrung der historischen Altstadt - für Autos.
An insgesamt 31 Tagen während der Frühlings- und Sommersaison sowie an Feiertagen wird die Altstadt zwischen 14 und 19 Uhr komplett für Autos gesperrt. Die Regelung betrifft vor allem Wochenenden und besonders stark frequentierte Tage. Rettungsfahrzeuge sollen jedoch weiterhin ungehindert durchfahren können.
Die Gemeinde reagiert damit auf den starken Besucherandrang. Besonders an Feiertagen und langen Wochenenden kommen teils bis zu 70.000 Menschen täglich in den kleinen Ort mit rund 8.000 Einwohnern. Enge Gassen, überfüllte Wege und Verkehrschaos hatten zuletzt immer wieder für Kritik gesorgt.
Neben der zeitweisen Sperrung des historischen Zentrums gelten weitere Maßnahmen:
Ein Teil der Maßnahmen richtet sich auch gezielt an die Bewohner. So wurde die Zahl der reservierten Parkplätze für Einheimische deutlich erhöht. Gleichzeitig arbeitet die Gemeinde an weiteren Lösungen, etwa zusätzlichen Bootsverbindungen, um den Verkehr auf der Straße zu entlasten.
Die neuen Regeln sind Bestandteil des Projekts "Sirmione 2030", mit dem der Ort den Tourismus langfristig nachhaltiger organisieren möchte. Grundlage sind erstmals detaillierte Daten zur Verteilung der Besucher, mit deren Hilfe Stoßzeiten genauer erkannt und gesteuert werden können.
Ziel sei es laut der Stadtverwaltung nicht, den Tourismus einzuschränken, sondern ihn so zu lenken, dass Sicherheit, Lebensqualität und Urlaubserlebnis gleichermaßen erhalten bleiben.