Neue Regeln in den Alpen

Diese Straße dürfen nur noch Einheimische befahren

Stau gehört zum Urlaub dazu. Viele Autofahrer versuchen dennoch, über kleine Nebenstraßen auszuweichen – sehr zum Ärger der Anwohner.
Heute Life
18.03.2026, 15:31
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Der zunehmende Reiseverkehr in den Alpen sorgt immer häufiger für massive Staus. Die Folge: Viele Autofahrer weichen auf kleinere Landstraßen aus, um schneller ans Ziel zu kommen - sehr zum Ärger der betroffenen Gemeinden.

Eine Gemeinde in der Schweiz zieht nun die Reißleine und greift zu einer ungewöhnlichen Methode: Während der Ort selbst bei Stau zur Tabuzone wird, soll eine extra eingerichtete Umfahrungsstrecke den Verkehr gezielt lenken. Doch nicht jeder darf sie nutzen.

"Blue Line" nur für Einheimische

Die Gemeinde Domat/Ems liegt unweit der wichtigen Transitstrecke Autobahn 13. Wie in zahlreichen anderen Urlaubsregionen der Alpen sorgt der Reiseverkehr dort schnell für verstopfte Straßen und eine überlastete Infrastruktur. Die Umfahrung "Blue Line" über die Via Calanca (Plarenga) soll Abhilfe schaffen – zumindest für Einheimische.

Nutzen dürfen die Straße ausschließlich Personen mit Hauptwohnsitz oder Wochenaufenthalt in Domat/Ems. Nur der öffentliche Verkehr sowie Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Co. sind darüber hinaus zugelassen. Zudem wird die Umfahrungsstraße nicht dauerhaft geöffnet sein. Sie kommt nur dann zum Einsatz, wenn auf der Hauptstraße ein sogenanntes Dosiersystem aktiviert ist – also der Verkehr gezielt reguliert wird. Ob die Strecke freigegeben ist, wird am Kreisel Felsberg durch Beschilderung angezeigt.

Wer die Route ohne Genehmigung nutzt und erwischt wird, muss umdrehen und sich zurück in den Stau stellen - das gilt sowohl für Einheimische als auch Reisende. Die Bewilligung muss vorab beantragt werden, entweder online oder direkt bei der Einwohnerkontrolle der Gemeinde. Vor Ort überwacht ein Sicherheitsdienst die Einhaltung der Regeln.

Nicht die erste Alpenregion

Die Maßnahme ist Teil eines größeren Trends in den Alpenregionen. Auch in anderen Gebieten – etwa in Tirol – gibt es bereits sogenannte Abfahrtssperren. Dort dürfen Autofahrer an bestimmten Wochenenden oder Feiertagen die Autobahnen nicht verlassen, wenn sie keinen konkreten Zielort in der Region haben. Ziel ist es auch hier, den Durchgangsverkehr von kleinen Gemeinden fernzuhalten und die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern.

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