Österreichisches Paar in Dubai

"Wir sitzen hier, hören Explosionen, niemand hilft uns"

Seit dem 27. Februar sitzt ein österreichisches Ehepaar in Dubai fest und fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen.
Heute Life
18.03.2026, 11:00
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"Wenn wir diesen Wahnsinn nicht selbst erleben würden, würden wir es nicht glauben." Seit Ende Februar sitzt ein österreichisches Ehepaar in Dubai fest – inmitten von Alarmmeldungen, Explosionen und wachsender Verzweiflung. Hilfe aus Österreich, so sagen sie, hätten sie lange vergeblich gesucht.

Noch in der ersten Nacht nach ihrer Ankunft wurde der Urlaub zur Ausnahmesituation. "In der Nacht auf Sonntag gab es die ersten Explosionen und den ersten Alarm. Wir hatten Angst und Panik und wussten nicht, wo wir hin sollen", erzählt die 65-Jährige gegenüber "Heute". Schutzräume gebe es im Hotel nicht. Bei Alarm ziehen sie sich in ihr Zimmer zurück.

„Wir hatten Angst und Panik und wussten nicht, wo wir hin sollen.“

Das Paar wohnte zu diesem Zeitpunkt noch im 19. Stock des Intercontinental Festival City. Nach einem Vorfall in einem Hochhaus ordneten die Behörden später an, dass Gäste in niedrigere Etagen wechseln sollen. "Wir mussten unser Zimmer in den fünften Stock verlegen. Auch die Lounge im 26. Stock wurde geschlossen."

Angst und gesundheitliche Sorgen

Besonders belastend ist die Situation wegen der gesundheitlichen Lage des 68-jährigen Ehemannes, der bereits zwei Schlaganfälle erlitten hat und an einer Herzerkrankung leidet. "Aufregung und Stress sind Gift für seinen Zustand", sagt seine Frau. "Mein Mann braucht regelmäßig Medikamente – auch daran scheint niemand zu denken, wenn wir länger hier bleiben müssen."

Während sich das Hotel nach und nach leert und immer mehr Gäste abreisen, bleibt das österreichische Paar zurück. "Am Anfang war das Hotel gut belegt. Jetzt sind nur noch wenige Gäste hier."

Zwischendurch musste das Ehepaar zur Sicherheit aus dem 19. in den 5. Stock umziehen.
privat

Die Tage in Dubai beschreibt das Paar als psychisch extrem belastend. "Wir sitzen im Zimmer, hören die Explosionen und bekommen ständig Notfallwarnungen aufs Handy", sagt die Ehefrau. "Ich habe große Angst, und es geht mir psychisch sehr schlecht."

Rückflug gestrichen

Die größte Sorge des Paares war lange die Rückreise nach Österreich. Ihr Rückflug mit Austrian Airlines nach Wien wurde gestrichen. "Wir haben an die Botschaft in Abu Dhabi und an das Außenministerium in Österreich geschrieben – aber keine Antwort bekommen", berichtet die Österreicherin. "In den Medien wird ständig gesagt, dass alles getan wird, um Österreichern zu helfen. Wir haben davon nichts bemerkt."

Ein einziges konkretes Angebot kam laut dem Paar vom österreichischen Außenministerium – allerdings unter Bedingungen, die für sie nicht umsetzbar waren. "Man bot uns an, mit dem Bus nach Riad zu fahren – 900 Kilometer weit. Die Anreise zum Bus hätten wir selbst organisieren müssen", erzählt die Frau. "Nach zwei Wirbelsäulenoperationen und mit dem Gesundheitszustand meines Mannes war das völlig unmöglich."

Dabei gebe es durchaus auch Flugverbindungen von Dubai weg. "Emirates fliegt täglich nach Wien." Die wenigen verfügbaren Tickets seien für das Paar jedoch zu teuer. "Es gibt keine Economy Class, nur Business oder First – das ist für uns unerschwinglich."

Erst nach wiederholten Anfragen wurden sie auf einen Flug mit Emirates nach Wien umgebucht. "Ich habe bei der Airline regelrecht um eine Umbuchung gebettelt", sagt sie. Der Flug ging am 16. März endlich zurück in die Heimat.

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