Wegen Handyfotos

Dubai nimmt Touristen nach Drohnenangriff fest

Nach einem Drohnenangriff in Dubai wurden laut Berichten drei Ausländer festgenommen, weil sie Fotos der Explosion mit ihren Familien teilten.
Nick Wolfinger
16.03.2026, 13:42
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Seit Kriegsbeginn warnen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Touristen und Influencer davor, Videos oder Fotos von Drohnen- und Raketenangriffen ins Internet zu stellen. Das "Verbreiten von Gerüchten", die die öffentliche Sicherheit gefährden gilt dort als Straftat.

Nun dringen immer mehr Fälle von Anzeigen und sogar Festnahmen nach Außen. Nach einem iranischen Drohnenangriff auf ein Hochhaus im Stadtviertel Creek Harbour sollen am Mittwoch drei Überlebende von der Polizei festgenommen worden sein. Das berichtet die Gruppe "Detained in Dubai" online.

Drohne zerstörte Wohnung

Die Betroffenen befanden sich in ihren Wohnungen, als eine Drohne in der Nähe des Gebäudes einschlug und ein Feuer auslöste. Sie fotografierten die Schäden und schickten die Bilder an ihre Familien, um zu zeigen, dass sie überlebt hatten.

Doch genau diese Bilder sollen ihnen jetzt Probleme eingebracht haben: Laut Berichten wurden die drei Bewohner später von der Polizei festgenommen, nachdem Beamte ihre Handys kontrolliert hatten. Ihnen wird vorgeworfen, Inhalte über den Angriff verbreitet zu haben.

„Drei traumatisierte Überlebende eines iranischen Drohnenangriffs wurden verhaftet, nachdem sie privat ein Foto mit Angehörigen geteilt hatten, das bestätigte, dass sie nach einer Explosion in ihrer Wohnung noch lebten. Anstatt Opferhilfe zu erhalten, wurden sie von der Polizei in Dubai eingesperrt.“
Radha StirlingLeiterin der Gruppe "Detained in Dubai" auf X

Strenge Zensur

In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gelten sehr strenge Gesetze zu Online-Inhalten. Dort wurde 2025 ein Mediengesetz mit scharfen Vorgaben für Medien und Content Creator eingeführt. Wer Videos oder Fotos von militärischen Angriffen, Explosionen oder Sicherheitsmaßnahmen veröffentlicht, kann wegen Cyberkriminalität angeklagt werden. Darauf stehen teils hohe Geldstrafen, Gefängnis und für Ausländer auch Abschiebung.

Die Behörden gehen derzeit verstärkt gegen solche Postings vor. Berichten zufolge wurden bereits mehrere Personen festgenommen, weil sie Videos von iranischen Raketen- und Drohnenangriffen gefilmt oder online geteilt haben. Auch in Katar soll es bereits rund 300 Festnahmen wegen Verstößen gegen die Zensur gegeben haben.

Seit Ende Februar wird die Golfregion immer wieder von iranischen Drohnen und Raketen getroffen. Allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden dabei laut offiziellen Angaben bereits mehrere Menschen getötet und über hundert verletzt.

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