Ein Flugzeugabsturz in Guatemala hat vier Menschen das Leben gekostet - darunter auch ein norwegischer Verlags-Erbe und seine schwangere Ehefrau.
Der 53-jährige Harald Stian Undrum starb laut BILD gemeinsam mit seiner 26-jährigen Frau Judith Mazariegos bei dem Unglück in Mittelamerika. Neben dem Ehepaar kamen auch ein Arzt und ein Fußballspieler ums Leben.
Die Familie bestätigte den Tod gegenüber der norwegischen Zeitung "Dagbladet". Das norwegische Außenministerium bestätigte lediglich, dass sich unter den Opfern ein norwegischer Staatsbürger befindet.
Undrum stammte aus einer der bekanntesten Medienfamilien Skandinaviens. Er gehörte zur sechsten Generation der Schibsted-Dynastie. Der Verlag wurde im 19. Jahrhundert vom Buchdrucker Christian Schibsted gegründet. Heute gehören große norwegische Zeitungen wie "VG" und "Aftenposten" zum Medienhaus.
Der spätere Verlags-Erbe wurde in London geboren. Seine leibliche Mutter entschied sich bereits vor seiner Geburt für eine Adoption, weshalb er als Baby in eine wohlhabende norwegische Familie kam.
Seine Adoptivmutter erbte später große Teile des Schibsted-Vermögens. Ein Teil davon ging an die Kinder, ein großer Anteil wurde in einem Treuhandfonds verwaltet.
Doch Undrums Lebensweg verlief alles andere als geradlinig. In der Schule hatte er große Schwierigkeiten beim Lernen. Spezialisten stellten bei ihm eine Lese- und Schreibschwäche fest. Deshalb besuchte er später eine Spezialschule in England, wo er praktische Fächer wie Kochen oder Automechanik lernte. Seine Adoptivmutter zog dafür sogar mit ihm von Norwegen nach England.
Ende der 1990er-Jahre kehrte Undrum nach Norwegen zurück. Kurz darauf lieh er einem Finanzier eine große Summe Geld und geriet dadurch selbst in Schwierigkeiten. Der Fall landete schließlich vor Gericht: 2005 wurde er wegen "unachtsamer Hehlerei" zu eineinhalb Jahren Bewährung verurteilt. Hintergrund waren Bürgschaften, die er unterschrieben hatte, aber nicht erfüllen konnte.
Später zog Undrum mit seiner damaligen Frau und drei Kindern nach Spanien. Dort arbeitete er mehrere Jahre als Lkw-Fahrer, um seine Familie zu ernähren. In einem Interview mit der Zeitschrift "Kapital" sagte er 2024, sein Vater habe ihn nach dem Urteil sogar gebeten, den Familiennamen zu ändern.
Auch danach rissen die Probleme nicht ab. Seine Ehe zerbrach. Im vergangenen Jahr meldete Undrum persönlichen Konkurs an, obwohl sich noch rund vier Millionen Euro auf seinem Konto befanden. Gleichzeitig leitete das norwegische Finanzamt Ermittlungen gegen ihn ein und ließ Immobilien pfänden.
Zuletzt schien er mit Judith Mazariegos wieder glücklich zu sein. Das Paar erwartete ein gemeinsames Kind. Warum sich die beiden in Guatemala aufhielten, ist derzeit unklar. Auch ob es sich um eine private oder geschäftliche Reise handelte, ist bislang nicht bekannt.