Gratis oder mit Selbstbehalt?

Rettungsflug aus Kriegsgebiet – wer die Tickets zahlt

Deutsche Urlauber müssen für Rückholflug aus Nahost 500 Euro bezahlen. "Heute" fragte nach, was in Österreich gilt. Auch EU trägt Teil der Kosten.
Angela Sellner
05.03.2026, 22:50
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Immer mehr Österreicher kommen jetzt mit Hilfe des Außenministeriums aus dem Kriegsgebiet im Nahen Osten wieder sicher in die Heimat. Mittwochabend landete der erste von der Regierung gecharterte Flieger aus Maskat (Oman) mit 151 Österreichern an Bord in Wien-Schwechat.

Zwei weitere vom Außenministerium organisierte Flüge mit insgesamt 480 Plätzen von Austrian sollten am Donnerstag weitere Österreicherinnen und Österreicher aus Riad und Maskat zurück nach Hause bringen.

Außenamt chartert Flieger

An weiteren Flügen für die kommenden Tage werde auf Hochtouren gearbeitet, heißt es aus dem Außenministerium. Dazu organisieren die Botschaften vor Ort für gestrandete Urlauber weiterhin Busausreisen aus Katar nach Saudi-Arabien sowie aus Dubai in den Oman , damit die Menschen von dort aus zurückfliegen können.

Das österreichische Außenministerium arbeitet eng mit anderen EU-Ländern zusammen; auch auf diesem Weg werden Ausreisen organisiert. Beispielsweise konnten am Donnerstag Österreicher mit einem tschechischen Flug von Jordanien nach Prag reisen.

Teilweise gehen inzwischen auch wieder reguläre kommerzielle Flüge. Falls solche Verbindungen verfügbar sind, ersucht das Ministerium dringend, diese zu nutzen.

Selbstbehalte möglich

Apropos kommerzielle Flüge: Wie schaut es eigentlich mit den Kosten für die staatlich organisierten Rückholflüge aus? In Deutschland müssen Urlauber, die aus dem Nahen Osten mit von der Regierung gecharterten Maschinen ausgeflogen werden, laut "Bild Zeitung" 500 Euro pro Person bezahlen – was einem marktüblichen Economy-Ticket entspreche.

In Österreich gibt es solche Pauschalbeträge nicht, erfuhr "Heute" auf Anfrage aus dem Außenministerium. Für den ersten Rettungsflug in einem vom Außenministerium gecharterten Flugzeug, das Mittwochabend in Wien-Schwechat landete, werde den Passagieren nichts verrechnet, erklärt eine Sprecherin. Was aber nicht heiße, dass es bei keinem der Evakuierungsflüge Selbstbehalte geben werde.

"Unser Fokus liegt aber jetzt woanders – nämlich darauf, den Menschen vor Ort rasch zu helfen und eine Rückkehrmöglichkeit zu organisieren", so die Sprecherin.

EU übernimmt Teil der Kosten

Die Situation sei komplex, es gebe von Fall zu Fall unterschiedliche Vereinbarungen. Teils würden die Kosten auch von der EU übernommen.

In der Tat informierte die EU am Donnerstagabend, dass sie die Mitgliedsstaaten im Rahmen des "Zentrums für die Koordination von Notfallmaßnahmen" (ERCC) dabei unterstützt, im Nahen Osten gestrandete EU-Bürger nach Europa zurückzubringen. Bis zum 5. März hatten zehn Mitgliedstaaten dieses Verfahren aktiviert, nämlich Belgien, Bulgarien, Tschechien, Frankreich, Italien, Zypern, Luxemburg, Rumänien, die Slowakei und Österreich.

Im Rahmen dessen übernimmt die EU auch einen Teil der Kosten. Bis zu 75 Prozent der förderfähigen Kosten für die Flüge können von der EU erstattet werden, wenn mindestens 30 Prozent der verfügbaren Sitzplätze Bürgern aus anderen EU-Ländern angeboten werden.

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