10 Stunden im Bus durch Wüste

"So froh": Junge Mutter über dramatische Dubai-Rückkehr

Jenny L. aus Wien war mit ihrer Tochter (6) unter den ersten Österreichern, die das Außenministerium zurückholte. In "Heute" erzählt sie die Details.
Angela Sellner
04.03.2026, 19:33
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Es hätte ein richtig schöner Familienurlaub in Dubai werden sollen – und plötzlich befand sich Familie L. aus Wien mitten im Krieg.

Mit ihrer sechsjährigen Tochter waren Jenny L. und ihr Mann am vergangenen Samstag gerade im Atlantis Aqua Park, als die ersten Bomben über Dubai explodierten. "Ich wusste erst gar nicht, was das ist – bei der dritten Explosion war klar: Das sind Bomben. Dann haben wir auch schon Rauchsäulen am Himmel gesehen", erzählt die 36-Jährige im Gespräch mit "Heute" – immer noch hörbar geschockt.

"Wir wollten nur weg"

"Wir haben sofort ein Taxi ins Hotel genommen – und dort erst mitbekommen, was wirklich los ist. Mein Mann hat mit der österreichischen Botschaft telefoniert, wir haben uns registriert – und hatten nur einen Gedanken: möglichst schnell weg."

Zunächst wollte sich die Familie gemeinsam mit anderen ein Taxi in den Oman nehmen – "das hätte 2.000 Euro gekostet, wir waren auch ängstlich, wie es an der Grenze sein würde". Dann kam aber die Nachricht von der Botschaft, dass für Sonntagfrüh ein Bus organisiert wurde und es Sonntagabend Plätze in einem Flieger nach Wien geben würde.

„Wir sind zum Gate gerannt und waren so erleichtert, noch an Bord gekommen zu sein.“
Jenny L.Junge Mutter nach Dubai-Urlaub wieder in Wien
Es war das erste Mal in Dubai für die junge Mutter Jenny L. aus Wien – und wird wohl das einzige Mal bleiben...
zVg

10 Stunden im Bus durch die Wüste

Insgesamt 10 Stunden dauerte die Busfahrt von Dubai durch die Wüste nach Maskat im Oman – "inklusive zwei Stunden Warten an der Grenze". Es sei alles sehr knapp gewesen, erzählt Jenny L.: "Der Flieger von Maskat nach Wien sollte um 21 Uhr gehen. Uns wurde gesagt, er wartet höchstens bis 22 Uhr. Wir waren spät dran, erst um 21:45 Uhr bei der Passkontrolle, sind zum Gate gerannt und waren so erleichtert, noch an Bord gekommen zu sein."

Mit einem Zwischenstopp in Hurghada ging es zurück nach Wien. "Ich war noch nie so froh, nach Hause zu kommen", sagt Jenny L.: "Zum Glück waren die Leute von der österreichischen Botschaft vor Ort so hilfreich, haben mich beruhigt und alles sehr gut organisiert."

Handy-Alarm um ein Uhr nachts

Der Schock sitzt noch tief. "Während wir im Hotel gepackt haben am Samstagabend, waren dauernd laute Explosionen zu hören. Um ein Uhr nachts kam ein Alarm auf alle Handys, man solle weg von den Fenstern, sich in Sicherheit bringen. Wir hatten große Angst."

„Um ein Uhr nachts kam ein Alarm auf alle Handys, man solle weg von den Fenstern, sich in Sicherheit bringen. Wir hatten große Angst.“
Jenny L.Junge Mutter nach Dubai-Urlaub wieder in Wien

Schweizer Freunde der Familie sind immer noch in Dubai: "Sie müssen sich die Ausreise selbst organisieren, ihnen wird vom Heimatstaat nicht so geholfen wie den Österreichern", so Jenny L.

Kranke und Kinder zuerst

Familie L. war unter den ersten Österreichern, denen vom Außenministerium die Ausreise organisiert wurde. Kranke, Schwangere, Familien mit kleinen Kindern und Personen mit besonderen Bedürfnissen werden bei der Rückholung priorisiert – zu dieser Gruppe gehörte die junge Familie aus Wien.

Zurückfliegen konnten sie mit einem AUA-Flieger aus Maskat. An Bord waren Airline-Crews und -Mitarbeiter. 13 Plätze waren frei – diese konnte das Ministerium nutzen, um die ersten besonders vulnerablen Österreicher nach Hause zu bringen.

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