Zahlreiche Touristen verbrachten zuletzt unbeschwerte Stunden etwa in Dubai, als plötzlich der Krieg zwischen Israel (und den USA) und dem Iran ausbrach. Mit einem Schlag befanden sich Tausende europäische Touristen mitten im Kriegsgebiet. Nun sind Regierungen und Behörden damit befasst, betroffenen Staatsbürgern eine sichere Heimreise zu ermöglichen.
Im Falle Österreichs wird eine entsprechende Maschine noch am Vormittag starten. Die Ankunft am Flughafen Wien-Schwechat wird allerdings erst in den Abendstunden erwartet. In Deutschland kam ein solcher Flug bereits am Dienstagabend in München an. Die Agentur Vifogra war vor Ort und schildert nun erste Eindrücke der Heimkehrer.
Umarmungen im Ankunftsbereich, Tränen, ungläubige Blicke – und immer wieder dasselbe Wort: "Erleichterung". Am Dienstagabend (03.03.2026) landete eine Emirates A380 mit rund 600 Passagieren an Bord in München. Zwei Stunden später als geplant, aber sicher. Der Flughafen hatte sich vorbereitet: Seelsorger und Rettungsdienste standen bereit, das Personal war eingespielt. Für viele der Heimkehrer war es das Ende von Tagen voller Druckwellen, Raketenalarm und Ungewissheit.
Einer von ihnen beschrieb die Momente über dem Krisengebiet so: "Besonders, wenn man die Einschläge hört, auch im Luftraum und die Druckwellen auch spürt, ist das schon anders." Nach fünf Wochen unterwegs – drei beruflich, zwei privat – saß er im Transit fest, wurde dann aber von Emirates in einem Hotel untergebracht. Beim Abflug wartete er anderthalb Stunden, beobachtete den Live-Radar. "Geht dann erst mal der Arsch auf Grundeis", sagte er. "Aber letzten Endes haben wir es geschafft."
Michael Lemhöfer (61) war mit seiner Lebensgefährtin auf einem Kreuzfahrtschiff. Im Hafen von Abu Dhabi erlebten sie, wie Drohnen in ein Lagergebäude einschlugen - danach folgte sofortige Evakuierung in einen sicheren Bereich. Die letzte Nacht brachte nochmals einen Schock: "3:06 Uhr war der Alarm und wir wurden hochgeschreckt. Aber da war es eigentlich schon fast vorbei, weil unsere Nachbarn haben erzählt, ungefähr 15 Minuten vorher sind etwa 20 bis 30 Abwehrraketen hochgegangen." Lemhöfer zeigte sich gefasst, sprach aber auch von den anderen an Bord: "Es waren sehr viele Leute da, die geweint haben, die wirklich Angst hatten."
Lena machte auf dem Weg aus Thailand einen Dreitages-Stopp in Dubai - aus dem drei Tagen wurden fünf. Angst habe sie kaum gehabt, sagte sie: "Ich finde, Dubai hat es gut gemacht. Also ich habe mich in Dubai relativ sicher gefühlt". Die abgefangenen Drohnen und Raketen machten sich trotzdem bemerkbar: "Da hat man halt den Schlag gespürt, wenn die abgefangen wurden."
Draußen im Wartebereich standen die Familien. Franziska Kramer wartete auf ihre Eltern und ihre Schwester mit Kindern, die auf einem Kreuzfahrtschiff gesessen hatten. "Plötzlich wachen die im Kriegsgebiet auf, waren im Urlaub", sagte sie. Die Nächte seien schlaflos gewesen, die Sorge groß: "Neben ihnen sind die Drohnen eingeschlagen." Als die Familie sicher ankam, folgte die Erleichterung: "Freut uns schon sehr. Da sind wir jetzt echt erleichtert, dass es so schnell geklappt hat."
Adelina wartete auf ihren Bruder: "Das war tatsächlich nur ein Transitflug. Er wollte nur über Dubai zurück nach München", sagte sie. Als er am Flughafen ankam, wurde alles gecancelt - zunächst ohne Erklärung. Nach fünf Stunden Aufenthalt und vielen Fragen folgte ein Hotelzimmer in Dubai. Die Kommunikation lief schwierig: "Man konnte nicht mit ihm telefonieren. Also über WhatsApp geht es da nicht." Ihre Eltern verfolgten jede Nachricht - und machten sich dadurch noch mehr Sorgen.
Flughafensprecher Henner Euting betonte die Teamarbeit hinter dem reibungslosen Ablauf: "Wir haben hier Seelsorger im Einsatz, wir haben Rettungsdienste im Einsatz, die bei Bedarf den Passagieren für gewisse Situationen zur Verfügung stehen." Die Koordination mit den Airlines lief kurzfristig, aber eingespielt. "Mich macht es stolz, dass wir hier als Flughafenteam zusammen mit den ganzen Dienstleistern, mit den Airlines, mit den ganzen Beteiligten, die hier am Flughafen Campus arbeiten, dass wir solche Situationen zusammen bewältigen können."
Um 21:25 Uhr landete die Maschine. Zur gleichen Stunde hob die erste Emirates-Maschine von München wieder in Richtung Dubai ab. Der Flugbetrieb lief an – als wäre es ein ganz normaler Abend.